Aktuell: Mitteilungen

Die Schola der Universitätskirche

Wir freu­en uns über neue Mit­sän­ger in unse­rer Schola.

Wir pro­ben wie­der: Neue Inter­es­sen­ten bit­te melden!

Wer sich für Gre­go­ria­nik inter­es­siert und lit­ur­gi­schen Gesang prak­tisch üben möch­te, ist herz­lich ein­ge­la­den. Vor­kennt­nis­se wer­den nicht erwar­tet. Wir beglei­ten die lit­ur­gisch beson­ders gestal­te­ten Got­tes­diens­te in der Uni­ver­si­täts­kir­che — durch den Lauf des Kirchenjahres.

Wir pro­ben — unter Ein­hal­tung der Coro­na-Sicher­heits­re­geln — don­ners­tags von 20.00 bis 21.30 Uhr in der Uni­ver­si­täts­kir­che im Anschluss an die Ev. Werktagsmesse.

Wei­te­re Aus­künf­te geben gerne:

Die nächs­ten Got­tes­diens­te mit der Schola:

Ausstellungsankündigung und Aufruf „Imagine“ mit huber.huber

Am 30. Janu­ar 2022 um 11.00 Uhr wird das Schwei­zer Künst­ler­duo huber.huber ihre Aus­stel­lung „Ima­gi­ne — über 80 000 000 Men­schen sind auf der Flucht“ im Rah­men eines Lit­ur­gy-Spe­ci­fic-Art-Got­tes­diens­tes in der Mar­bur­ger Uni­ver­si­täts­kir­che eröff­nen. Die raum­grei­fen­de Instal­la­ti­on wird aus zahl­rei­chen, offe­nen Gefä­ßen vol­ler Trä­nen bestehen. Die Gefä­ße ste­hen über­all, ein­zeln oder dicht als klei­ne Still­le­ben arran­giert und erin­nern an die Men­schen auf der Flucht.

Ihre Unter­stüt­zung ist gefragt:
Bit­te brin­gen Sie ab dem 10. Janu­ar Gefä­ße, die Sie ent­beh­ren kön­nen, in die Uni­ver­si­täts­kir­che. Somit wer­den die Gefä­ße Teil der Instal­la­ti­on. Es ist egal, aus wel­chem Mate­ri­al und wie groß die Gefä­ße sind. Ihre Töp­fe, Glä­ser, Vasen, Schüs­seln, Sup­pen­tel­ler, Fla­schen, Scha­len, Tas­sen usw. kön­nen Sie an der gekenn­zeich­ne­ten Stel­le in der Uni­ver­si­täts­kir­che abstel­len. Auf die­se Wei­se wer­den Ihre Gefä­ße Teil der Installation.

Doro­thea von Kiedrowski

EKD-Insti­tut für Kir­chen­bau und kirch­li­che Kunst der Gegen­wart an der Phil­ipps-Uni­ver­si­tät Marburg

Verabschiedung von Gabi und Thomas Erne

Ver­ab­schie­dung von Prof. Dr. Tho­mas Erne

Im Febru­ar heißt es Abschied zu neh­men von Prof. Dr. Tho­mas Erne. Prof. Erne ist seit Okto­ber 2007 als Pro­fes­sor am Fach­be­reich Evan­ge­li­sche Theo­lo­gie und als Direk­tor des Insti­tuts für Kir­chen­bau und kirch­li­che Kunst der Gegen­wart (der EKD) tätig. In sei­ner Zeit an der Uni­ver­si­tät hat er die Kunst­rei­he „Lit­ur­gy Spe­ci­fic Art“ geprägt und in der Uni­ver­si­täts­kir­che erprobt, bei der Künst­le­rin­nen und Künst­ler mit ihren unter­schied­li­chen Wer­ken in die Got­tes­diens­te inte­griert wer­den. Seit April 2018 nahm er auch das Amt des Uni­ver­si­täts­pre­di­gers wahr. Er gestal­te­te die Uni­ver­si­täts­got­tes­diens­te und kon­zi­pier­te The­men­rei­hen, in denen in der Regel Pro­fes­so­rin­nen und Pro­fes­so­ren des Fach­be­reichs Ev. Theo­lo­gie die Pre­digt und Stu­die­ren­de die Lit­ur­gie übernahmen.

Am Sonn­tag, dem 6. Febru­ar 2022, um 11.00 Uhr wird Prof. Erne in einem Got­tes­dienst von sei­nem Amt als Uni­ver­si­täts­pre­di­ger durch Propst Vol­ker Mant­hey ent­pflich­tet. Am Frei­tag, dem 11. Febru­ar, fin­det ganz­tä­tig in der Uni­ver­si­täts­kir­che ein „Evan­ge­li­scher Bil­der­tag“ und die aka­de­mi­sche Ver­ab­schie­dung von Prof. Erne statt.

Ver­ab­schie­dung von Gabi Erne am 6. Februar

Auch von Gabi Erne, der Ehe­frau von Tho­mas Erne, heißt es Abschied zu neh­men. Gabi Erne hat als Künst­le­rin und enga­gier­te Kir­chen­vor­ste­he­rin (seit 2013) die Kir­chen­ge­mein­de mit der Kunst in Kon­takt gebracht. Die „Kunst der Ver­ab­re­dung“ ist und war ihr The­ma: Sie hat Kin­der und Kon­fir­man­den, Kunst-Inter­es­sier­te und die Wei­den­häu­ser Bevöl­ke­rung bei einer „Lan­gen Tafel“ in ihren Aktio­nen betei­ligt, vie­le beson­de­re Got­tes­diens­te mit­ge­stal­tet und die „Nacht der Kunst“ in der Uni­ver­si­täts­kir­che zu einer Insti­tu­ti­on gemacht. Dafür wol­len wir ihr dan­ken! Und sie in einem beson­de­ren Got­tes­dienst am 6. Febru­ar 2011 um 11.00 Uhr verabschieden.

Herz­li­che Einladung!

(Foto: Gabi und Tho­mas Erne / Quel­le: Gabi Erne)

Straßenkinder in Addis Abeba

Trotz krie­ge­ri­scher Aus­ein­an­der­set­zun­gen in Tei­len Äthio­pi­ens konn­te im ver­gan­ge­nen Jahr die Arbeit des Hilfs­pro­jekts Hilfs­pro­jekts „Stra­ßen­kin­der in Addis Abe­ba“ fort­ge­setzt wer­den. Gott sei Dank! Denn die 300 Kin­der, die in den Kin­der­zen­tren in Bis­hof­tu, Sulul­ta und Addis Abe­ba betreut wer­den, sind drin­gend auf Hil­fe angewiesen.

Die­se Kin­der aus ärms­ten Fami­li­en waren, bevor sie in das Pro­jekt auf­ge­nom­men wur­den, häu­fig unter­ernährt. Zudem waren ihre Eltern meist nicht in der Lage, ihnen eine Schul­uni­form, Bücher, Hef­te oder Stif­te zu kau­fen. In der Schu­le hat­ten sie des­halb Nach­tei­le und das Ler­nen fiel ihnen äußerst schwer.

Seit über 40 Jah­ren ver­folgt das Stra­ßen­kin­der­pro­jekt das Ziel, bedürf­ti­gen Kin­dern einen Schul­be­such und im Anschluss eine Berufs­aus­bil­dung zu ermög­li­chen. Dabei wer­den sie ganz­heit­lich geför­dert und unter­stützt: Neben Schul­ma­te­ria­li­en, Klei­dung und einer Gesund­heits­ver­sor­gung erhal­ten sie und ihre Fami­lie zusätz­li­che Nah­rungs­mit­tel wie Mehl und Spei­se­öl. In den Kin­der­zen­tren bekom­men sie Haus­auf­ga­ben­hil­fe und Nach­hil­fe­un­ter­richt. Eben­so wird ihnen dort ein Frei­zeit­pro­gramm mit krea­ti­ven, sport­li­chen und musi­ka­li­schen Akti­vi­tä­ten gebo­ten. Sie wer­den von Sozi­al­ar­bei­tern betreut, die für die gan­ze Fami­lie und ihre Sor­gen da sind.

Gabrie­le DeBo­na (ELM-Refe­ren­tin, l.), Dekan Burk­hard zur Nie­den (m.) und Aman Aba­bu (Pro­jekt­lei­ter der Meka­ne-Yesus-Kir­che, Addis Abe­ba, zuge­schal­tet per Video­kon­fe­renz, r.) (Foto: media.tv/schauderna)

Schon mit rund 20 Euro im Monat unter­stüt­zen Sie ein Kind und sei­ne Familie.

Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den im Rah­men des Hilfs­pro­jekts auch eini­ge allein­er­zie­hen­de Müt­ter in Exis­tenz­grün­dungs­se­mi­na­ren geschult. Anschlie­ßend erhiel­ten sie eine finan­zi­el­le Start­hil­fe von etwa 200 Euro, um sich ein Klein­un­ter­neh­men auf­zu­bau­en. Auch dabei wur­den sie von erfah­re­nen Mit­ar­bei­ten­den beglei­tet. Ziel des Pro­jek­tes ist es, auch in Zukunft wei­te­re Frau­en beruf­lich zu för­dern, damit sie ihren eige­nen Lebens­un­ter­halt ver­die­nen und so für sich und ihre Kin­der sor­gen können.

Part­ne­rin des Pro­jek­tes vor Ort ist seit vie­len Jah­ren die Äthio­pi­sche Evan­ge­li­sche Kir­che Meka­ne Yesus (Ethio­pian Evan­ge­li­cal Church Meka­ne Yesus-EECMY).

Für die­se segens­rei­che Arbeit bit­ten wir um Ihre Spende:

Spen­den­kon­to:
Kir­chen­kreis­amt Marburg
IBAN DE81 5206 0410 0002 8001 01
Evan­ge­li­sche Bank
Kenn­wort „Stra­ßen­kin­der“

(Fotos ganz oben: Ers­te Klas­se einer Grund­schu­le in Addis Abe­ba und zwei Kin­der aus einem Vor­ort von Addis Abe­ba / Archiv)

Impfangebot im Philippshaus

Impfangebot im Philippshaus ! Schutzimpfung gegen Covid-19 (Corona-Virus) Booster-, Erst- oder Zweit-Impfung Montag, 20. Dezember 17.30 – ca. 20.30 Uhr Dienstag, 21. Dezember 17.30 – ca. 20.30 Uhr Philippshaus Universitätsstraße 32 (rechter Eingang/obere Etage) 35037 Marburg Ein erfahrenes Team bietet für alle, die eine Grundimmunisierung oder eine Auffrischimpfung gegen Covid-19 wünschen, eine Imp- fung mit einem mRNA-Impfstoff (Biontech /Moderna) an. Mitzubringen sind: - Personalausweis - Impfausweis bzw. Impfunterlagen (über vorherige Impfungen) - einen Anamnesebogen für RNA-Impfstoffe und eine Einwilligungserklärung. Am besten vorher ausfüllen. Link: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Materialien/Downloads-CO- VID-19/Einwilligung-de.pdf?__blob=publicationFile - möglicherweise etwas Wartezeit - oder bis Sonntag, 19.12. 18 Uhr: Anmeldung von Familien bzw. Gruppen per Mail unter Angabe der Personenzahl bei unter: Pfarramt1@universitaetskirche.de Betreff: Impfung im Philippshaus Veranstalter: Universitätskirchengemeinde Marburg Ev. Pfarramt 1 / Liebigstr. 35 / 35037 Marburg

Die Weihnachtskrippe der Universitätskirche

Die Krip­pen­land­schaft in der Uni­ver­si­täts­kir­che ist auf­ge­baut. Bis zum Drei­kö­nigs­fest bewe­gen sich ihre Figu­ren „fort­lau­fend” — auf dem Weg zur Krip­pe. Schau­en Sie doch öfter mal herein!

(Foto: Archiv)

Proben fürs Weihnachtskrippenspiel

Kin­der für das Weih­nachts­krip­pen­spiel gesucht.
Start ist am 27. Novem­ber 2021!

Wir laden alle Kin­der ein, die Lust haben, am Hei­li­gen Abend um 15.00 Uhr in der Uni­ver­si­täts­kir­che beim Weih­nachts-Krip­pen­spiel mit­zu­ma­chen: Rol­len­ver­tei­lung am 27. Novem­ber, 10–11 Uhr, im Phil­ipps­haus, Uni­ver­si­täts­kir­che 32. Anmel­dun­gen wer­den erbe­ten unter: joachim.simon@ekkw.de

(Foto: Archiv)

Konfirmation 1961 — 2021 Diamanten am 7. November

Lie­be Kon­fir­man­den und Konfirmandinnen
des Jah­res 1961 bei Pfar­rer Lotz und Pfar­rer Adamek,

das Dia­man­te­ne Jubi­lä­um wird am 7. Novem­ber 2021 um 11.00 Uhr in der Uni­ver­si­täts­kir­che gefeiert.

Herz­li­che Einladung!

Für nähe­re Infor­ma­tio­nen wen­den Sie sich bit­te an Pfar­rer Huber,  (06421) 23387

(Foto: Gol­de­ne Kon­fir­ma­ti­on in der Uni­ver­si­täts­kir­che am 19. Juni 2011 / Archiv)

Konfirmanden auf Gottsuche

Nach Pan­de­mie­be­ding­ten Absa­gen und ver­geb­li­chen Such­an­fra­gen war es in der zwei­ten Sep­tem­ber­wo­che end­lich soweit. 16 Kon­fir­man­din­nen und Kon­fir­man­den der Uni­ver­si­täts­kir­chen­ge­mein­de ver­brach­ten mit Pfar­rerehe­paar Simon eine 3‑tägige Kon­fir­man­den­frei­zeit auf einer Burg in Main­fran­ken. Sie hat­ten viel Spaß, bega­ben sich auf Gott­su­che und fei­er­ten gemein­sam Abend­mahl. Falls die EJM des Kir­chen­krei­ses im Früh­jahr 2022 ein Konfi@Castle anbie­tet, wären wir ger­ne dabei und wür­den für Stim­mung sorgen!

(Foto: Kon­fir­man­den­grup­pe der Uni-Kir­che / J. Simon)

15 Jahre Runder Tisch der Religionen in Marburg

Im Jahr 2006 grün­de­te sich in Mar­burg der Run­de Tisch der Reli­gio­nen – das Inter­es­se war groß, die Skep­sis nicht klein. Ange­hö­ri­ge ver­schie­de­ner Reli­gio­nen woll­ten sich zusam­men­set­zen, sich aus­tau­schen, mit­ein­an­der reden, ein­an­der ver­ste­hen ler­nen. Wel­che Bilanz zie­hen die Betei­lig­ten nach 15 Jah­ren? Wel­che Rele­vanz mes­sen sie der Insti­tu­ti­on selbst bei? Wo sehen sie die Bedeu­tung des Run­den Tisches in der Zukunft?

„Es geht dar­um, Räu­me zu öff­nen“, sagt Joa­chim Simon, Pfar­rer an der Mar­bur­ger Uni­ver­si­täts­kir­che. Und damit sind längst nicht nur die Räu­me gemeint, in denen die Ange­hö­ri­gen der ver­schie­de­nen Reli­gio­nen beten. Auch die Räu­me im Kopf. Die Räu­me im Glau­ben, im Den­ken. Und sämt­li­che Teil­neh­mer des Run­den Tisches nicken. Sie sind für ein Inter­view zusam­men­ge­kom­men und das nicht an einem Tisch, son­dern über eine Video-Kon­fe­renz. Coro­na hat die Mög­lich­kei­ten des Dia­logs auch für sie limi­tiert. Kon­takt gehal­ten haben sie den­noch. Sich aus­ge­tauscht. Die nächs­ten Ver­an­stal­tun­gen geplant. Im August haben ein Frie­dens­fo­rum zum Anti­kriegs­tag und ein Dis­kus­si­ons­abend statt­ge­fun­den, für den 2. Okto­ber ist der Frie­dens­weg der Reli­gio­nen vorgesehen.

Vor 15 Jah­ren war der „Run­de Tisch der Reli­gio­nen“ im Anschluss an die inter­na­tio­na­len Rudolf-Otto-Sym­po­si­en der Mar­bur­ger Phil­ipps-Uni­ver­si­tät gegrün­det wor­den. Pfar­rer Diet­rich Han­nes Eibach, der Mar­burg inzwi­schen ver­las­sen hat, und Pro­fes­sor Dr. Hans-Mar­tin Barth waren die Initia­to­ren. „Es gab ein gro­ßes reli­giö­ses Inter­es­se anein­an­der“, sagt Barth, der bis heu­te am Run­den Tisch teil­nimmt. „Oft bin ich sehr bewegt von unse­ren Sit­zun­gen nach Hau­se gegan­gen – das ist für mich eine Bibel­stun­de der höhe­ren Art.“ Neben den evan­ge­li­schen Chris­ten aus der Uni­ver­si­täts­kir­che sind auch Ange­hö­ri­ge der Isla­mi­schen und der Jüdi­schen Gemein­de, der Bahá‘í‑Religion und des Bud­dhis­ti­schen Sham­ba­la-Zen­trums ver­tre­ten – eine gro­ße Spann­brei­te mit ordent­lich Konfliktpotential.

Die Teil­neh­mer bestä­ti­gen, dass die ers­ten Zusam­men­künf­te eine vor­sich­ti­ge Annä­he­rung waren. Und die The­men zunächst bewusst eher an der Ober­flä­che blie­ben. „Es ging und geht dar­um, ein­an­der ken­nen­zu­ler­nen – was der ande­re glaubt, denkt und fühlt“, erläu­tert Hans-Mar­tin Barth. Begon­nen hat alles zum Bei­spiel mit der Dis­kus­si­on über Sym­bo­le, die allen Reli­gio­nen gemein­sam sind. Man besuch­te sich gegen­sei­tig, in der Moschee, der Syn­ago­ge. „Es war wich­tig, Ängs­te able­gen zu kön­nen“, sagt Kel­ly Hern­don aus der Bahá’í‑Gemeinde. „Und das war nur mög­lich, weil alle authen­tisch mit­ein­an­der waren.“ Sie sieht in ihrem Enga­ge­ment für den „Run­den Tisch“ auch eine Erfül­lung ihrer reli­giö­sen Pflich­ten. Die Glau­bens­rich­tung der Bahá’í begreift die gan­ze Erde und alle Men­schen als Ein­heit. Ein lie­be­vol­ler Umgang und das Gespräch mit­ein­an­der ist für Kel­ly Hern­don ein Weg, zu reli­giö­sem Frie­den in Mar­burg bei­zu­tra­gen, wie sie sagt. Und die Ein­rich­tung des „Run­den Tisches“ sei etwas, wor­um man sie in ande­ren Städ­ten beneide.

„Wir sind uns von Anfang an auf Augen­hö­he begeg­net“, betont Dr. Bil­al El-Zayat von der Isla­mi­schen Gemein­de. „Der Dia­log war zwi­schen­durch hef­tig, aber immer ehr­lich.“ Je mehr Ver­trau­en wuchs, des­to mehr konn­te man auch the­ma­tisch in die Tie­fe gehen, bestä­ti­gen die ande­ren Teil­neh­mer. Für Joa­chim Simon, der seit zwei Jah­ren am „Run­den Tisch“ teil­nimmt, war es eine posi­ti­ve Über­ra­schung, dass auch Streit mög­lich war und ist. Sei­ne Frau Kat­ja, Stu­di­en­lei­te­rin in der EKKW, war beein­druckt von der Offen­heit der Gesprä­che. Und sieht eine Auf­ga­be in der Bezie­hungs- und Netz­werk­ar­beit. „Reli­gio­nen kön­nen nicht mit­ein­an­der reden, nur Men­schen kön­nen das“, sagt sie. Ein­an­der ver­ste­hen ler­nen sei ein zen­tra­ler Punkt. Und das nicht nur an einem Tisch, in der Moschee, in der Kir­che, in ande­ren reli­giö­sen Räu­men, son­dern auch dar­über hin­aus. Bil­dungs- und Auf­klä­rungs­ar­beit gehö­ren für sie eben­falls zu den Auf­ga­ben des „Run­den Tisches“.

Preisverleihung

Ver­lei­hung des Bun­des­prei­ses für den „Frie­dens­weg der Reli­gio­nen“, Novem­ber 2012 in Mainz

„Was wir tun, hat auch mit Empower­ment zu tun“. ergänzt Moni­ka Bunk von der Jüdi­schen Gemein­de. „Wir ste­hen ja auch als Gesprächs­part­ner zur Ver­fü­gung und das wür­de ich als Auf­trag für uns defi­nie­ren.” Das Selbst­ver­ständ­nis des „Run­den Tisches“ ist nach 15 Jah­ren ein gro­ßes The­ma für die Betei­lig­ten. Dass es kei­ne Hier­ar­chien gibt, ist laut Burk­hard zur Nie­den, Dekan des Mar­bur­ger Kir­chen­krei­ses. sowohl „Geschenk und Kom­pe­tenz“, als auch eine rela­ti­ve Schwä­che. „Wir sind ein anar­chis­ti­scher Hau­fen”, erklärt Bil­al El-Zayat schmun­zelnd. Es gibt kei­ne typisch deut­sche Sat­zung, die Insti­tu­ti­on ist kein Ver­ein. „Das ist vor­teil­haft für die Inte­gra­ti­on, aber zum Teil kön­nen wir dadurch einem poli­ti­schen Anspruch nicht gerecht wer­den“, sagt Burk­hard zur Nie­den. Und man wer­de zuneh­mend poli­ti­scher wahr­ge­nom­men. Es kom­men Anfra­gen zu State­ments. Bit­ten um Inter­views. Das sehen die Betei­lig­ten durch­aus zwie­späl­tig. „Wir könn­ten noch mehr Strahl­kraft haben“, erklärt Bil­al El-Zayat, „aber es war nie unser Anspruch, PR zu betrei­ben.“ 

„Effi­zi­enz­druck wür­de uns nicht gut bekom­men“, stellt Hans-Mar­tin Barth fest. Die Arbeit am „Run­den Tisch“ habe ganz klar poli­ti­sche Aus­wir­kun­gen, aber das soll­te sei­ner Ansicht nach nicht das Ziel sein. Der Fokus liegt auf dem Mit­ein­an­der. Auch wenn es auto­ma­tisch eine poli­ti­sche Ebe­ne gene­rie­re, sei die spi­ri­tu­el­le Ebe­ne aus­schlag­ge­bend. „Die Arbeit mit Spi­ri­tua­li­tät stärkt“, bekräf­tigt Peter Mei­nig-Bue­ss vom Shambha­la-Zen­trum. „Und wir kön­nen Soli­da­ri­tät unter­ein­an­der gebrau­chen.“ Nach sei­ner Ein­schät­zung herr­sche eine gro­ße „Aggres­si­ons­lo­sig­keit” in Mar­burg. Aber Freund­schaft und Kom­mu­ni­ka­ti­on zu pfle­gen, das begin­ne im Klei­nen, bei jedem selbst — „in der Fami­lie, in Freund­schaf­ten, in der eige­nen Gemein­de“, so Meinig-Buess.

Den ande­ren Men­schen und auch die ande­re Reli­gi­on zu ach­ten und zu schät­zen, das ist für Bil­al El-Zayat grund­le­gend. „Es geht nicht ums Mis­sio­nie­ren oder ande­re vom eige­nen Glau­ben über­zeu­gen zu wol­len“, erklärt er. „Die Viel­falt ist bereichernd.“

Joa­chim Simon resü­miert, man sei schon weit gekom­men. Die frem­den Räu­me der ande­ren Gemein­den emp­fin­det er längst nicht mehr als fremd. Er wünscht sich, dass eine Öff­nung der Räu­me künf­tig auch ande­ren Men­schen mehr ange­bo­ten wer­den kann. Eine „Got­tes­er­fah­rung“ kön­ne man als Gläu­bi­ger über­all machen. Sei­ne Frau Kat­ja ant­wor­tet auf die Fra­ge, was sie sich für die Zukunft wünscht, regel­mä­ßi­ge Ange­bo­te im Bereich inter­re­li­giö­ser Kul­tur. „Wenn ich träu­men durf­te, wür­de ich mir mehr inter­re­li­giö­se Got­tes­diens­te wün­schen“, sagt sie. Hans-Mar­tin Barth wür­de gern mehr jun­ge Leu­te dafür gewin­nen, sich für ande­re Reli­gio­nen zu inter­es­sie­ren. Die Fra­ge sei, wie man mit reli­gi­ös Des­in­ter­es­sier­ten stär­ker ins Gespräch kom­men kön­ne. Ins­be­son­de­re in einer Gesell­schaft, in der Spi­ri­tua­li­tät immer mehr an Bedeu­tung verliere.

Bil­al El-Zayat bestä­tigt, dass der Glau­be an Gott zuneh­mend „uncool“ sei für jun­ge Men­schen. Und das trifft vor allem die klei­ne­ren Reli­gio­nen. Umso wich­ti­ger ist für ihn der Dia­log und das Mit­ein­an­der. „Wir müs­sen auf­ein­an­der acht­ge­ben und dür­fen uns nicht gegen­sei­tig scha­den”, betont er. Wenn heu­te ein Anschlag auf eine Syn­ago­ge ver­übt wer­de, dann sei es nur eine Fra­ge der Zeit, bis es auch eine Moschee tref­fe. „Egal, ob man ein Kreuz oder ein Kopf­tuch ver­bie­tet — es wird gegen uns alle gehen“, mahnt El-Zayat. Dass unter Coro­na und den not­wen­di­gen Maß­nah­men die gewohn­ten Abläu­fe sowohl inner­halb der jewei­li­gen Glau­bens­rich­tun­gen und Gemein­den wie auch im Aus­tausch unter­ein­an­der weg­bra­chen, hat alle glei­cher­ma­ßen getrof­fen. „Wir wer­den uns wie­der zusam­men­set­zen und sehen, wie wir uns hel­fen kön­nen“, kon­sta­tiert Hans-Mar­tin Barth. Zuver­sicht als Grundsatzprinzip.

Nadi­ja Schwarz­wäl­ler, Kir­che in Mar­burg 10/21

(Foto: Jörg Rustmeier)

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