Frei­tag, 16. Dezem­ber 2016


Glück ist

Glück ist Freu­de zu haben.

aus Schott­land


Freude schenken

Das bes­te Mit­tel, jeden Tag gut zu begin­nen, ist: beim Erwa­chen dar­an zu den­ken, ob man nicht wenigs­tens einem Men­schen eine Freu­de machen könnte.

Fried­rich Nietz­sche 1844–1900, deut­scher klas­si­scher Philologe


Das Flüchtigste

Tad­le nicht der Nachtigallen
Bald ver­hal­lend süßes Lied;
Sieh, wie unter allen, allen
Lebens­freu­den, die entfallen,
Stets zuerst die schöns­te flieht.

Sieh, wie dort im Tanz der Horen
Lenz und Mor­gen schnell entweicht;
Wie die Rose, mit Auroren
Jetzt im Sil­bert­hau geboren,
Jetzt Auro­ren gleich erbleicht.

Höre, wie im Chor der Triebe
Bald der zar­te Ton verklingt.
Sanf­tes Mit­leid, Wahn der Liebe,
Ach, dass er uns ewig bliebe!
Aber ach, sein Zau­ber sinkt.

Und die Fri­sche die­ser Wangen,
Dei­nes Her­zens rege Gluth,
Und die ahnen­den Verlangen,
Die am Wink der Hoff­nung hangen -
Ach, ein flie­hend, flie­hend Gut!

Selbst die Blüt­he Dei­nes Strebens,
Aller Musen schöns­te Gunst,
Jede höchs­te Kunst des Lebens,
Freund, Du fes­selst sie vergebens;
Sie ent­schlüpft, die Zauberkunst.

Aus dem Meer der Götterfreuden
Ward ein Trop­fen uns geschenkt,
Ward gemischt mit man­chem Leiden,
Lee­rer Ahnung, fal­schen Freuden,
Ward im Nebel­meer ertränkt.

Aber auch im Nebelmeere
Ist der Trop­fen Seligkeit;
Einen Augen­blick ihn trinken,
Rein ihn trin­ken und versinken,
Ist Genuss der Ewigkeit.

Johann Gott­fried von Her­der 1744–1803, deut­scher Kul­tur­phi­lo­soph und Theologe