Sonn­tag, 11. Dezem­ber 2016


Zu sich selbst kommen

Es ist die Auf­ga­be eines jeden Men­schen, zu sich selbst zu kom­men, das inners­te Wesen sei­nes Ichs zu ent­de­cken. Wie man dort­hin gelan­gen kann und mit wel­chen Erfah­run­gen die­se Ent­wick­lung zusam­men­hängt, ist und bleibt aber ein Geheim­nis.

Edith Stein 1891–1942, deut­sche Phi­lo­so­phin


Rezept gegen Kummer

Heu­te Nacht rief ich mir mein drei­fa­ches Rezept gegen Kum­mer und Krän­kung ins Gedächt­nis:

1. Dar­an den­ken, wie unwich­tig alles nach zehn, zwan­zig Jah­ren sein wird, wie es ja auch unwich­tig gewor­den ist, was einen vor zehn, zwan­zig Jah­ren gequält hat.

2. Sich erin­nern, was man selbst getan hat und was nicht bes­ser war als das, was einen heu­te betrübt.

3. An hun­dert­mal Schlim­me­res den­ken, das auch hät­te kom­men kön­nen.

Das Bes­te und Unwi­der­leg­lichs­te aber ist, wenn man sich sagt: Nicht mein, son­dern dein Wil­le gesche­he!

Leo Niko­la­je­witsch Graf Tol­s­toi 1828–1910, rus­si­scher Erzäh­ler