
Der Runde Tisch der Religionen stellt sich vor
Der „Runde Tisch der Religionen“ in Marburg, von Pfarrer Hannes Eibach und Prof. Dr. Hans-Martin Barth im Anschluss an die Internationalen Rudolf-Otto-Symposien der Philipps-Universität gegründet, trifft sich seit März 2006 zu interreligiösem Austausch. Ihm gehören zur Zeit Buddhisten und Christen sowie Mitglieder der Bahaí’í-, der Synagogen– und der Moscheegemeinde an. Die Zusammenkünfte finden abwechselnd in der Synagoge, in der Moschee, im buddhistischen Shambhala-Zentrum, im Islamischen Kulturzentrum am Richtsberg, in verschiedenen kirchlichen Häusern oder auch privat statt.
Im geschützten Raum eines überschaubaren Kreises können Fragen angesprochen werden, die sich auf unterschiedliche religiöse Traditionen und Symbole, klassische spirituelle Texte oder auf brennende Probleme wie das der Religionsfreiheit oder des religiösen Fundamentalismus beziehen. Hinzu kommen öffentliche Veranstaltungen, z.B. unter Mitwirkung des Magistrats im Rathaus sowie der gemeinsam verantwortete Friedensweg der Religionen. Der Marburger „Runde Tisch der Religionen“ dient dem gegenseitigen Kennenlernen, der interreligiösen Verständigung und damit dem Frieden in unserer Stadt.
Am 9. November 2012 nahm der Runde Tisch für sein Projekt „Friedensweg der Religionen 2011“ einen Preis vom „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ entgegen.
→ www.runder-tisch-marburg.org
→ Bundespreis für den Marburger „Friedensweg der Religionen“
Gemeinsam unterwegs
Den öffentlichen Friedensweg der Religionen veranstaltet der Runde Tisch der Religionen seit 2010. Er beginnt um 17.45 Uhr in der Moschee am Marbacher Weg und führt über das Rathaus, wo sich die Bahá’í-Gruppe vorstellt, über die Universitätskirche und das buddhistische Shambhala-Zentrum zur Synagoge in der Liebigstraße.
Wer an den in Marburg lebenden Religionsgemeinschaften Interesse hat, ist eingeladen, sich dem Weg anzuschließen. An allen Stationen wird es kurze Einführungen in den Ort und Textlesungen geben. Dies wird einen Eindruck von der Atmosphäre der jeweiligen Religion vermitteln. Auf dem gemeinsamen Weg können sich die Teilnehmenden über das Gesehene und Gehörte unterhalten und befragen.
Dreieinhalb Stunden unterwegs zu sein, ist anstrengend, aber es bietet mehr Möglichkeiten als ein Vortragsprogramm: konkrete Erfahrungen, direkte Ansprechpartner, neue Kontakte.
Die Marburger Religionsgemeinschaften wollen deutlich machen, dass sie trotz aller verbleibenden Unterschiede ein gemeinsames Ziel haben: den äußeren und inneren Frieden, zu dem sie auf unterschiedliche Weise beitragen. Spirituell wach zu sein, heißt, sich aufzumachen, Schritte zu wagen, gemeinsam aufeinander zu; es heißt, den Austausch zu suchen und Erkanntes in die Tat umzusetzen.
Jahresprogramm
2013
| 22.01. | 19.30 Uhr | Historischer Rathaussaal Marburg Der Streit um die Beschneidung — Judentum, Islam und die Beschneidung von Knaben Podiumsgespräch |
| 12.03. | 19.30 Uhr | Omar-Ibn-Al-Khattab-Moschee Was kommt nach dem Tod? Jenseitsvorstellungen in den Religionen Gesprächsabend |
| 07.05. | 19.30 Uhr | Historischer Rathaussaal Marburg Trinität. Allah/Adonai, Nirvana – Woran glaubt, wer glaubt? Podiumsgespräch |
| 02.07. | 19.30 Uhr | Buddhistisches Shambhala-Zentrum Marburg Welchen Sinn hat Leiden? Gesprächsabend |
| 05.10. | 17.45 Uhr | Friedensweg der Religionen Eine Wanderung mit Präsentationen in Moschee, Rathaus, Universitätskirche, Shambhala-Zentrum und Synagoge Gemeinsam unterwegs, gemeinsam im Gespräch |
| 12.11 | 19.30 Uhr | Synagoge Marburg Fundamentalismus Gesprächsabend |
2012
| 17.01. | 19.30 Uhr | Ernst-Lemmer-Straße 8 „Über den Ursprung von Erlösung“ Gesprächsabend |
| 13.03. | 19.30 Uhr | Rathaus „Islamischer Religionsunterricht. Modelle, Erfahrungen, Probleme“ Podiumsgespräch |
| 27.03. | 19.00 Uhr | Philippshaus „Opfer — Theorie und Praxis der Religionen“ Podiumsgespräch |
| 08.05. | 19.30 Uhr | Shambhala-Zentrum „Sterbebegleitung“ Gesprächsabend |
| 24.06. | 13.00 Uhr | ab Stadthalle Exkursion zum Haus der Andacht (Bahá’í) in Langenhain (Eppsteiner Straße 89, 65719 Hofheim) Anmeldung bei Familie Herndon, Tel. (06421) 84782 |
| 11.09. | 19.30 Uhr | Rathaus „Wirtschaftsethik der Religionen“ Podiumsgespräch |
| 06.10. | 17.30 Uhr | von der Moschee aus „Friedensweg der Religionen 2012“ In der bewährten Reihenfolge der Vorjahre |
| 13.11. | 19.30 Uhr | Rathaus „Religiöse Identität und gesellschaftliche Integration — Ist Religion Integrationshindernis oder –hilfe?“ Gesprächsrunde |
2011
| 18.01. | 19.30 Uhr | Philippshaus „Verständigung zwischen den Religionen. Der Beitrag der Religionswissenschaft“ Vortrag von Prof. Dr. Edith Franke |
| 15.03. | 19.30 Uhr | Moschee Gesprächsabend zum Thema „Religionswechsel“ |
| 13.05. | 19.00 Uhr | Alte Universität Friedensgebet im Rahmen des Rudolf-Otto-Symposions |
| 21.06. | 19.30 Uhr | Synagoge Gesprächsabend zum Thema „Humor in den Religionen“ |
| 22.06. | 19.30 Uhr | Stadtverordnetensitzungssaal „Antisemitismus = Islamophobie = Rassismus?“ Vortrag und Diskussion mit Professor Wolfgang Benz, Berlin |
| 24.09. | 17.45 Uhr | von der Moschee ausFriedensweg der Religionen |
| 25.11. | 20.15 Uhr | Philippshaus„Interreligiöser Dialog – Voraussetzungen und Ziele“ Ein Gesprächsabend mit Bischof Martin Schindehütte, Bischof für Ökumene und Auslandsarbeit der EKD sowie Vizepräsident des Kirchenamtes |
Teilnehmende Gemeinschaften
Omar-Ibn-Al-Khattab-Moschee
Die Omar-Ibn-Al-Khattab-Moschee wurde 1986 eröffnet. Hier finden neben den fünf regulären täglichen Gebeten und dem Freitagsgebet noch verschiedene Kinder– und Jugendtreffs sowie Erwachsenenkreise in Deutsch und verschiedenen anderen Sprachen statt, in denen entweder der Koran, religiöse und aktuelle Themen gelehrt und gelernt werden.
Die muslimische Gemeinde in Marburg und ihre Moschee leben von der Motivation und dem Engagement von Gemeindemitgliedern aus über 40 Nationen, die ehrenamtlich die Gemeinde mit Kraft, Zeit und Geld unterstützen. Die Gemeinde wird nicht durch öffentliche Mittel gefördert. Regelmäßig öffnet die Moschee ihre Türen und bietet Interessierten Einblick in die Räumlichkeiten und Informationen zum Islam.
Kontakt:
Orientbrücke Marburg e.V.
Marbacher Weg 26a, 35037 Marburg
Tel. (06421) 65535
www.orientbrücke.de
Ansprechpartner: Dr. Bilal El-Zayat
moschee-marburg@web.de
Die Menschheit empfängt geistige Impulse in Phasen tiefgreifender Veränderung stets von Religionsstiftern wie Moses, Buddha, Krishna, Christus und Mohammed. Bahá’u’Iláh, der Stifter der Bahá’í-Religion (1817 – 1892), beansprucht, jüngstes Glied in einer Kette der Gottesboten zu sein und die Verheißungen der früheren Religionen zu erfüllen.
Die Bahá’í-Religion enthält zahlreiche Elemente, die neue Impulse für die Entwicklung der Menschheit darstellen und für das friedliche Zusammenleben aller Völker unabdingbar sind. Bahá’u’Illáh sagt: „So machtvoll ist das Licht der Einheit, dass es die ganze Welt erleuchten kann.“ Bahá’í in jedem Teil der Welt arbeiten an der Verwirklichung einer gemeinsamen Vision für das Wohlergehen der gesamten Menschheit.
Die Bahá’í Gemeinde Marburg gibt es seit zirka 1970. Sie wird heute durch eine Vielfalt an Kulturen aus vier verschiedenen Kontinenten bereichert. Die Gemeinde bietet zweimal in der Woche interreligiöse andachten, wöchentliche Kinderklassen und mehrere Studienkreise an.
Kontakt:
Ansprechpartnerin: Kelly Herndon
Tel.: (06421) 84782
kaherndon@aol.com
Evangelische Universitätskirche
Die Universitätskirchengemeinde ist eine von acht Gemeinden der Evangelischen Kirche in Marburg und liegt im Innenstadtbereich. Reglemäßig wird am Sonntag wie auch am Donnerstag in dei ehemalige Dominkanerklosterkirche aus dem 14. Jahrhundert zum Gottesdienst eingeladen.
Besonders geprägt sind die Gottesdienste in der Universitätskirche durch die Hochschulgemeinde und die Evangelische Messe, die nach der Tradition der Michaelsbruderschaft gefeiert wird. Am Samstag findet eine Wochenschlussandacht in der St.-Jost-Kapelle statt. Gemeindegruppen mit Kindern und Erwachsenen treffen sich im Philippshaus und im Gemeindehaus Ost.
Kontakt:
www.universitaetskirche.de
Reitgasse 1, 35037 Marburg
Ansprechpartner: Pfarrer Wolfgang Huber
Tel. (06421) 23745
wolfgang.huber@universitaetskirche.de
Das Shambhala Zemtrum Marburg ist ein buddhistisches Meditationszentrum unter der Leitung von Sakyong Mipham Rinpoche, in dem verschiedene tibetische, aber auch japanische Traditionen gepflegt werden. Shambhala Zentren gibt es fast überall auf der Welt.
Im Mittelpunkt steht das Studium der Lehren Buddhas und seiner Schüler und die Übung der Meditation. In der Shambhala Tradition geht es weniger um ein meditatives Leben in Zurückgezogenheit, sondern eher um ein spirituelles Leben mitten in dieser Gesellschaft.
Kontakt:
www.marburg.shambhala.info
Auf dem Wehr 33, 35039 Marburg
Ansprechpartnerin: Christine Heigl
Tel. 0173 – 8246019
christin.heigl@t-online.de
Jüdische Gemeinde Marburg
Judentum gibt es in Marburg seit über 700 Jahren, wovon die historische Synagoge am Obermarkt zeugt. Die heutige Jüdische Gemeinde wurde nach der Shoah im Jahre 1989 wiedergegründet. Zunächst hatte sie Räume am Pilgrimstein, aber im Jahre 2005 konnte sie ihre Synagoge im Südviertel einweihen.
Die Gemeinde hat zirka 350 Mitglieder und betreut insgesamt über 500 Menschen — davon viele Zuwanderer aus den GUS-Staaten. Außerdem ist sie Ansprechpartner für unzählige Gäste, davon besonders viele Schüler, aus ganz Marburg und weit daraüber hinaus.
Kontakt:
www.jg-marburg.de
Liebigstraße 21a, 35037 Marburg
Tel. (06421) 407430
Ansprechpartnerin: Monika Bunk
jg-marburg@web.de




