
Durch die Zuordnung von westlichen und östlichen Kirchengemeinden im Jahr 1948 ist die Partnerschaft der Universitätskirchengemeinde mit Güsen entstanden.
Die evangelische Kirchengemeinde Güsen gehört zum Kirchenkreis Elbe-Fläming in der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), vormals Kirchenprovinz Sachsen, und hat 430 Gemeindeglieder. Die Gemeinde unterhält ein geräumiges Gemeindehaus, in dem sich regelmäßig zwei Kinderkreise, eine Konfirmanden– und eine Jugendgruppe, ein Frauenchor, ein Tanz– und ein Bibelkreis treffen. Einmal im Monat wird zu einem Gemeindenachmittag eingeladen. In der gegenüberliegenden Kirche finden immer wieder Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen statt.

Die Güsener Kirche entstand um 1680/1700 als ein rechteckiger Fachwerkständerbau. Ihr ursprünglicher Fachwerkturm wurde 1878/79 durch einen neoromanischen Backsteinturm mit einem hohen, achtseitigen Spitzhelm ersetzt.

Große, rechteckige Fenster mit einer Jugendstilverglasung von 1906 verleihen dem von einer Muldendecke überspannten Kirchensaal einen lichten, weiträumigen Eindruck. Auffällig ist der barocke Altaraufsatz von 1712/13 mit drei fast lebensgroßen Figuren, die den auferstandenen Christus zwischen den Aposteln Petrus und Paulus zeigen. Im gesprengten Segmentgiebel ist Gottvater in einer Strahlengloriole zu sehen. Unter dem Altaraufsatz findet sich eine Predella mit einer Abendmahlsdarstellung. Die Kanzel auf einem zierlichen Fuß und ihr Schalldeckel sind mit ausgesägten Dekors geschmückt. Ein kelchförmiger Taufstein stammt wahrscheinlich aus der Romanik.
Hartmut Gentzsch/Dietrich Hannes Eibach