Aktuell: Mitteilungen

Konfirmandengruppe 2012/13

(Foto: Jörg Rustmeier)

Die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden mit Pfarrer Huber.

Ordinationsjubiläum von Klaus Koch

Ein treuer Mitarbeiter bei den Evangelischen Messen in der Universitätskirche feiert sein fünfzigjähriges Ordinationsjubiläum. Seit seiner Emeritierung im Sommer 1993 hat Dekan i.R. Klaus Koch aus Caldern 144 Gottesdienste in der Universitätskirche geleitet und bei vielen anderen Messen als Diakon mitgewirkt. Von 2002 bis 2009 war er Konventsältester der Evangelischen Michaelsbruderschaft in Hessen und fühlt sich deshalb nach wie vor für die Traditionspflege der Evangelischen Messe an dieser Kirche mitverantwortlich. Ab 1964 bis zu seinem „Unruhestand“ war Klaus Koch Pfarrer in Breidenbach mit Sitz in Breidenstein. Im letzten Jahr haben wir bei einer Gemeindefahrt seine alte Wirkungsstätte besucht. Wir danken ihm herzlich für seinen Dienst und freuen uns an seinem Darmstädter Humor. Gelegenheit zur Gratulation gibt es bei einem festlichen Gottesdienst am Pfingstmontag (28.Mai) um 17.00 Uhr in der Universitätskirche.

Goldene Konfirmation 2012

An der Universitätskirche (Otto Ubbelohde, um 1906)

Vor 50 Jahren wurden Konfirmandinnen und Konfirmanden von Pfarrerin Bader, Pfarrer Adamek und Pfarrer Lotz in der Universitätskirche eingesegnet. In einem Festgottesdienst am 1. Juli um 10.00 Uhr erinnert Pfarrer Rahn an dieses Ereignis. Alle, die mit den Jubilaren an diesem Tag den Abendmahlsgottesdienst mitfeiern möchten, sind herzlich dazu eingeladen.

Theologie studieren

Wer Theologie studiert, forscht nach Gott, nach dem Sinn des Lebens und nach dem Woher und Wohin der Welt. Das Studium der Evangelischen Theologie umfasst die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Inhalten des christlichen Glaubens, seinen biblischen Wurzeln, der Geschichte der Kirche und der Gestaltung kirchlichen wie gesellschaftlichen Lebens. Das Studium gliedert sich in ein Grundstudium, ein Hauptstudium und eine Integrationsphase. Die Regelstudienzeit beträgt 10 Semester. Für die erforderlichen Sprachkenntnisse in Griechisch, Hebräisch und Latein werden bis zu zwei weitere Semester anerkannt. Zum Studium gehören Praktika in Kirche und Diakonie.

Pfarrerin oder Pfarrer werden

Wer Evangelische Theologie studiert, kann Pfarrerin oder Pfarrer werden - ein herausfordernder und ein vielfältiger Beruf!

Das Spektrum der Tätigkeit ist groß:

  • Menschen auf ihren Lebenswegen begleiten
  • die Bibel auslegen und predigen
  • Gottesdienst feiern
  • Kinder, Jugendliche und Erwachsene im Glauben bilden
  • von Gott reden
  • Not sehen und handeln
  • gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen
  • trösten und mahnen, zuhören und leiten

Hier erhalten Sie weitere Informationen:

Wenn Sie Fragen zum Theologiestudium, zur Vikariatsausbildung oder zu den Berufsaussichten in der EKKW haben,
nehmen Sie Kontakt mit uns auf: ausbildungsdezernat.lka@ekkw.de

Ihre Pfarrerin PD Dr. Regina Sommer
Referentin für Theologische Ausbildung
Tel. 0561-9378-206
Fax 0561-9378-434
E-Mail: regina.sommer@ekkw.de

Postanschrift:
Landeskirchenamt der EKKW
Wilhelmshöher Allee 330
34131 Kassel

www.theologiestudium-ekkw.de

Aufbruch nach 20 Jahren

„Warum willst du woanders hingehen, wenn du doch gerne hier in Marburg lebst?“, fragte mich jemand vor ein paar Tagen und ich konnte nicht sofort darauf antworten. Es stimmt ja, dass so viele Dinge für diese Stadt und diese Gemeinde sprechen: Freundliche und offene Menschen, ein sehr engagierter Kreis von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, hilfsbereite Kolleginnen und Kollegen, interessante Kontakte im Umfeld der Universität, die Begegnungen mit anderen Religionsgemeinschaften und und und… Warum also diesen liebenswerten Biotop verlassen, der mir und meiner Familie längst zur Heimat geworden ist?

Wenn da nicht der Wunsch gewesen wäre, mich noch einmal zu verändern und von einer ganz anderen Aufgabe herausfordern zu lassen. Dieser Wunsch ist erfüllt worden. Zukünftig werde ich als Studienleiter am Predigerseminar in Hofgeismar für die Fortbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern in den ersten Amtsjahren verantwortlich sein.

Im Oktober 1991 bin ich in die Universitätskirchengemeinde gekommen und werde nach meinem Wechsel im Juni 2012 bestimmt viel vermissen: die intensiven Erfahrungen mit den Gruppen im Philippshaus; die unterschiedlichen Gottesdienste in der Universitätskirche; die Kapelle St. Jost mit dem stillen Friedhof an der Stadtautobahn; das Pfarrhaus in der Liebigstraße, in dem wir während der entscheidenden Familienjahre gewohnt haben. Geprägte Orte, an denen es einfach schön war, sich beruflich einzusetzen und zu leben.

Es sind vor allem einzelne Personen, die mir in Erinnerung bleiben werden, da bin ich mir sicher. Was ich mit Ihnen erleben durfte an geteilter Freude, z.B. bei Taufen und Trauungen, an den Wachstumsprozessen mit Konfirmanden oder ausgehaltener Trauer bei der Begleitung von Sterbenden und Ihren Angehörigen – das ist das Wichtigste, was ich mitnehme. „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“, hat Martin Buber einmal gesagt und das habe ich hier reichlich erfahren. Ich danke für das Vertrauen, das mir entgegen gebracht wurde. Natürlich werde ich auch einige Menschen enttäuscht haben, die ich nicht ansprechen konnte. Mancher hat vielleicht auf einen Besuch von mir gewartet und ich bin nicht gekommen. In den letzten Wochen erinnere ich mich an manche gelungene Begegnung wie auch an Situationen, in denen ich eher gescheitert bin.

Zum Abschied wünsche ich dem Mitarbeiterkreis und meinem Kollegen Wolfgang Huber während der Zeit der Vakanz viel Geduld und Zuversicht.

Ihnen und der Universitätskirchengemeinde wünsche ich eine segensreiche Zukunft.

Ihr
Dietrich Hannes Eibach

Konfirmation 2012

Am 22. April wurden in der Universitätskirche Sophie Berensmann, Nicklas Eckern, Luik Fischer, Anna-Marie Fuentes-Michaelis, Anthony Glass, Jan Huber, Bastian Katebini, Jonas Lux, Dennis Markovic, Celine Mbutcho, Julien Nau, Jamiro Nelke, Charléne Nowotny, Adrian Siemon, Simon Swiety, Kaya Uphoff und Luis Witt konfirmiert.

Lichtkunstwerk „Sterntaler“

Zum Grimm-Jubiläum 2012 hat der Fachdienst Kultur der Universitätsstadt Marburg die künstlerische Umsetzung des Sterntaler-​Märchens als Lichtkunstwerk im öffentlichen Raum initiiert.

Die Künstler Doris und Florian Conrads können vielfältige Erfahrungen einbringen: Städel-​Absolventin und Otto-​Ubbelohde-​Preisträgerin Doris Conrads hat sich intensiv mit Sternenhimmel, NASA-Weltraum-Fotografie, Marburger Motiven und Lichtkunst auseinandergesetzt. Ihr Sohn Florian Conrads (Berlin) ist als Diplom-​Grafikdesigner und passionierter Fotograf von den multimedialen Aspekten der Aufgabe fasziniert.

Im Lichtkunstwerk „Sterntaler“ wird das Mädchen aus der Sterntaler-​Illustration von Otto Ubbelohde mit einer Weltraum-​Fotografie kombiniert – freigegeben von der NASA/ESA.

Vernissage an der Universitätskirche/Kornmarkt ist am Frühlingsanfang, Freitag, 23. März 2012, um 19.30 Uhr. Dort wird das Lichtkunstwerk an der Universitätskirche installiert. Gleichzeitig werden an dem „Leseort“ die Bronzebücher von Astrid Lindgren, J.R.R. Tolkien, Antoine de Saint-​Exupéry und Erich Kästner ergänzt um ein bronzenes Grimm-​Buch – mit dem Märchen „Die Sterntaler“.

Die Brüder Grimm sind in ihrer Studienzeit in die Universitätskirche zum Gottesdienst gegangen. Im Vorläuferbau der benachbarten Alten Universität wurde ihnen 1819 die Ehrendoktorwürde verliehen.

Anmeldung der neuen Konfirmanden

Wer in der neuen Gruppe dabei sein möchte, die im Frühjahr 2013 konfirmiert wird, ist herzlich mit den Eltern eingeladen zur Anmeldung und zu ersten Absprachen am Dienstag, dem 13. März um 18.00 Uhr im Philippshaus.

Besprechung: „Let’s Make Money“ – Wer regiert das Geld?

Wolfgang Kessler und Josef Rother / Kino Capitol (Fotos: Jörg Rustmeier)

Ein Abend über die Opfer und die Täter der Finanzkrise

„Der Westen, der mit 12,8 Prozent der Weltbevölkerung eine Minderheit ist, herrscht über den Planeten seit über fünfhundert Jahren. Ende des 15. Jahrhunderts, als die Erde rund geworden ist, nach der vierten Reise von Kolumbus, findet der Genozid in Lateinamerika statt. Dann gab es 350 Jahre Sklavenhandel, dann 150 Jahre lang die Kolonialmassaker und die Territorialbesetzung. Heute gibt es die Tyrannei des globalisierten Finanzkapitals. Letztes Jahr haben die fünfhundert größten Privatkonzerne der Welt nach Weltbankstatistiken gemeinsam über 52 Prozent des Weltsozialproduktes beherrscht. Dieses Finanzkapital in den Händen einiger westlicher Oligarchen hat eine Macht, die nie zuvor in der Geschichte der Menschheit ein König, ein Kaiser oder ein Papst gehabt hat.“

Mit diesem drastischen Zitat von Jean Ziegler, ehemals UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, eröffnete Josef Rother vom Eine-Welt-Kugel-Kreis (Katholische Kirchengemeinde St. Johannes Ev.) am Dienstag, dem 6. März, den Abend im vollbesetzten Kinosaal und war damit gleich am Kern des Themas angelangt: Die katastrophalen Auswirkungen des internationalen Finanzsystems, die wir alle zu spüren bekommen, vielmehr aber noch die Menschen in den ärmsten Ländern der Welt, die aufgrund globaler Finanzspekulationen von ihrer Arbeit nicht mehr leben können.

Es war bereits die zweite Veranstaltung zu diesem Thema in einem Marburger Kino. Die erste fand drei Wochen zuvor statt und war ebenfalls völlig ausgebucht. Allein diese Tatsache macht deutlich, dass vielen Menschen das Thema auf der Seele brennt. Entsprechend breit war auch der Initiatorenkreis der Veranstaltung: Neben dem Eine-Welt-Kugel-Kreis die Steuerungsgruppe „Fairer Handel“ der Universitätsstadt Marburg, die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, der Weltladen Marburg, attac Marburg, die Christliche Friedensinitiative Marburg sowie das Kino Cineplex Marburg.

Wolfgang Kessler, Ökonom und Chefredakteur der kritisch-christlichen Zeitung Publik-Forum erläuterte in seinem Vortrag mit einfachen Worten die komplizierten Zusammenhänge des globalen Finanzsystems, so dass sie auch Nicht-Ökonomen verständlich wurden. Dabei sprach er auch das innere Befinden vieler Zuhörer an: Der Mensch hat beim Geld zwei Seiten, eine gierige und eine soziale. Einerseits möchte er immer mehr haben, aber andererseits auch etwas für die Menschen und die Verbesserung der Welt tun. Beim Einkaufen macht sich dieses Bewusstsein schon bemerkbar: Immerhin kaufen acht Prozent der Kunden Bio- und fair gehandelte Produkte. Beim Geldanlegen sieht das aber anders aus: 99 Prozent der Bankkunden geben ihr Geld und damit auch ihr Gewissen am Bankschalter ab, denn sie erwarten nur, dass sie nach einiger Zeit ihre Zinzen oder Rendite erhalten, egal woher das Geld kommt. Dabei können sie sicher sein: Wenn sie hier einen Gewinn aus Geldgeschäften erzielen, wird es anderen irgendwo auf der Welt vorenthalten, wobei es nicht selten um deren Existenz geht. Auch die kommunalen Sparkassen und Volksbanken wirtschaften nicht uneingeschränkt nach ethischen Prinzipien.

So richteten sich im Anschluss an den Vortrag die Fragen der Zuhörer auch nach der Wahl der richtigen Bank: Die GLS-Bank agiere hier mustergültig, meinte Kessler. Aber auch bei anderen alternativen Geldinstituten, wie der Umweltbank, der Ethikbank oder der Triodos-Bank, könne der Kunde selbst bestimmen, wie sein Geld angelegt wird. Lokale Projekte im sozialen und im Umweltbereich würden dabei bevorzugt. Weiteren Fragen und Kommentaren stellten sich Kessler und Bürgermeister Franz Kahle, der für die Stadt Marburg sprach.

Baumwollernte in Burkina Faso (Foto: Dokumentarfilm „Let's Make Money“)

Kessler bot mehrere Lösungen an hin zu der dringend notwendigen Finanzwende, der in Deutschland bisher die marktradikale Politik aller Regierungen seit der Öffnung zum Wirtschaftsliberalismus unter der rot-grünen Bundesregierung im Wege steht: Die Verpflichtung der Banken, mehr Eigenkapital vorzuhalten, eine Finanztransaktionssteuer, die Trennung von Investment- und Geschäftsbanken, Kontrolle der Schattenbanken und Steueroasen, Erlass von Auslandsschulden sowie Mithaftung der Gläubiger statt Sozialisierung ihrer Verluste.

Ein Zuhörer äußerte Zweifel an der Änderbarkeit der derzeitigen Finanzmarktmechanismen und den damit verbundenen Krisen und negativen Folgen für arme Länder. Kessler meinte, die Anhaltspunkte für den Pessimismus überwögen, aber es gäbe reale Chancen für einen Optimismus. Diese lägen an der Aktivität der Bürger und ihrem Widerstand gegen die bisherigen Strukturen. Ein Schüler beklagte, dass er im Politikunterricht nichts von den Zusammenhängen des Finanzsystems gehört habe, und forderte bessere Informationen in den Schulen. Kessler gab ihm grundsätzlich Recht, wies aber darauf hin, dass Informationen in der Schule nur sinnvoll seien, wenn das Finanzsystem nicht nur erklärt, sondern auch kritisch hinterfragt würde.

Gerhard Schwarz, NZZ (Foto: Dokumentarfilm „Let's Make Money“)

Im Anschluss an den Vortrag und die Diskussion wurde der zweite, längere Teil des Dokumentarfilms „Let's Make Money“ (2008) des österreichischen Filmemachers Erwin Wagenhofer gezeigt, dessen Anfang vor Kesslers Vortrag zu sehen war. Die globalen Zusammenhänge des Finanzsystems wurden hier noch einmal, ohne jeden wertenden Filmkommentar, deutlich vor Augen geführt. Zum Beispiel: Frauen in Burkina Faso pflücken Baumwolle und klagen an, dass sie von dieser harten Arbeit nicht leben könnten, weil sie fast kein Geld einbringe. Dabei handelt es sich um die beste Baumwolle der Welt, die ganz von Hand gepflückt und sortiert wird. Obwohl gleichzeitig die billigste der Welt, ist sie gegenüber der amerikanischen Baumwolle, die von der US-Regierung aus finanzpolitischen Gründen subventioniert wird, nicht konkurrenzfähig. Der Produktionsmanager Francis Kologo aus Burkina Faso stellt die Konsequenzen drastisch dar: „Wenn der Westen seine Baumwollsubventionen nicht stoppt, dann sind wir gezwungen zu gehen. Wenn wir auswandern, können sie ruhig zehn Meter hohe Mauern bauen. Wir werden trotzdem nach Europa kommen.“

Harter Schnitt zum Mont Pèlerin mit Blick über den Genfer See, dort wo der sogenannte Neoliberalismus, der in den 80er Jahren durch Ronald Reagan und Margaret Thatcher forciert wurde, seinen weltweiten Anfang nahm. Wir sehen und hören Gerhard Schwarz, Leiter der Wirtschaftsredaktion der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ): „Alle Liberalen dieser Welt sind der Meinung, dass Grenzen offen sein sollten für Güter, für Geld und für Dienstleistungen. Schwieriger wird es bei Menschen. Da muss man sich überlegen, ob man nicht eine Art Eintrittspreis verlangen müsste“, denn „ein Neuer profitiert von etwas, zu dem er nichts beigetragen hat.“ – Deutlicher ist der Konflikt, der aus der „Tyrannei des globalisierten Finanzkapitals“ (Jean Ziegler) resultiert, kaum auf den Punkt zu bringen.

Jörg Rustmeier

Weitere Informationen:

www.letsmakemoney.at
Wolfgang Kessler: Geld regiert die Welt. Wer regiert das Geld? Publik-Forum Streitschrift, 2011
Ankündigung der Veranstaltung

Liturgic Specific Art: „Mahl feiern“

Universitätsgottesdienst vom 5. Februar 2012 mit der Künstlerin Gabi Erne und Prof. Dr. Thomas Erne, Direktor des Instituts für Kirchenbau und kirchliche Kunst der Gegenwart.

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