In einem feierlichen Gottesdienst, der von dem Gospelchor „Joy of Life“ musikalisch begleitet wurde, sind 15 Konfirmanden von Pfarrer Huber und Pfarrerin Simon eingesegnet worden. Konfirmiert wurden: Mia Brüning, Philipp Deucker, Laura Dziehel, Maximilian Ferdinand, Sarah Finger, Anna Fischer, Kilian Fraß, Angela Görich, Christian Lotzmann, Johann Neumann, Alexander Nieft, Leonhard Ruchholtz, Laura Semrau, Jonathan Witt, Simon Wunderlich. 16 neue Konfirmanden haben den Unterricht mit Pfarrerehepaar Simon begonnen und treffen sich immer dienstags 16 Uhr im Philippshaus.
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„Die Kirche ist voll, draußen schneit es — das ist fast wie an Weihnachten!“, sagte Pfarrer Wolfgang Huber, als er am dritten Sonntag im März die Gemeinde zum Einführungsgottesdienst von Katja und Joachim Simon begrüßte, die seit März gemeinsam eine der beiden Pfarrstellen an der Universitätskirche übernommen haben.
Und auch Dekan Burkhard zur Nieden nahm Bezug auf das ungewöhnliche Wetter mit Eis und Schnee: „Das ist das Marburger Frühlingsfest — herzlich willkommen in unserem Kirchenkreis. Ich freue mich sehr, dass ihr da seid!“ Zur Nieden sprach von den vielfältigen Entfaltungs– und Entdeckungsmöglichkeiten, die in der Universitätskirchengemeinde zu finden seien, verschwieg jedoch auch nicht die knapp gewordenen finanziellen Spielräume kirchlicher Arbeit. Der Gemeinde sagte er: „Nehmt sie an, achtet sie, betet für sie und helft ihnen in ihrem Tun.“
Neben zahlreichen Gemeindemitgliedern der Universitätskirche waren auch Mitglieder aus der vorigen Wirkungsstätte der Simons gekommen, die „ihr“ Pfarrerehepaar zum neuen Dienst geleiten wollten. Und um den Dienst, den Sinn und die Notwendigkeit des Dienens ging es auch in Katja und Joachim Simons Dialogpredigt. Gemeinsam dachten sie über den Begriff „dienen“ nach, drehten und wendeten ihn, kamen ihm näher und füllten ihn mit Leben. Es gehe beim Dienen nicht darum, die eigene Selbstachtung zu verlieren, denn echtes Dienen habe nichts mit Selbstaufgabe zu tun.
Aufmerksame Zuhörer konnten in der Predigt viel vom Dienstverständnis der beiden Pfarrer entdecken, die zwar für ein Füreinander-da-sein plädierten, aber auch dafür, den Blick für die eigenen Kräfte und Ressourcen nicht zu verlieren, sondern im Gegenteil so zu handeln, dass die Person des Gebenden sich auf Augenhöhe mit der des Empfangenden befindet. Katja Simon drückte es so aus: „Ein Stück in den Schuhen des Anderen zu gehen, kann helfen — wenn man dabei seine eigenen Socken anbehält!“
Foto und Text: Ines Dietrich

Rauminstallation von Stefan Becker-Schmitz (Foto: www.beckerschmitz.com)
Kirche und Kunst (engl.: art) — sie gehören seit jeher zusammen. Kunstvolle Bauwerke, künstlerisch gestaltete Kirchenräume, natürlich Musik und die Auslegung des Wortes gehören zusammen. Die Gottesdienstreihe innerhalb der Universitätsgottesdienste setzt da an. So ist die Performance zeitgenössische Aktionskunst.
Während einer Kunst-Aktion wird ein Thema in Szene gesetzt. Der Gottesdienst bietet dazu Parallelen. Auch hier erlebt die Gemeinde unterschiedliche Aktionen und Handlungen, „performances“, zum Lobe Gottes und zur Erbauung der Gemeinde. Dazu gehören Gesang oder Gebet, Lesung, Bewegungen im Kirchenraum, Riten von Taufe, Abendmahl, Segen und alle anderen zeichenhaften Handlungen.
Nach evangelischer Auffassung geht es dabei immer um Vergegenwärtigung, um das Geschehen der direkten Begegnung mit Gott.
Prof. Dr. Thomas Erne sieht eine Chance für eine Zusammenarbeit zwischen Gottesdienst und moderner Performancekunst. Die Verbindung von Kunst und Religion in der religiösen Handlung ist „liturgy specific art“. Religion und Kunst können einander bereichern.
Der nächste „liturgy specific art“-Gottesdienst am 26. Mai 2013 wird in Zusammenarbeit mit dem Duisburger Künstler Stefan Becker-Schmitz gestaltet.

Auch in unserer Gemeinde werden engagierte Christenmenschen gesucht, die gemeinsam mit dem Pfarrerteam Wolfgang Huber: Tel. (06421) 23387 und Joachim und Katja Simon: Tel. (06421) 23745 die Gemeinde leiten, Veranstaltungen planen und unsere beiden Kirchen, Universitätskirche und St. Jost, zu einer Heimat für die Menschen unserer Gemeinde machen. Aufbruch und Neuanfang, Vielfältigkeit und Offenheit machen die Arbeit in unserer Gemeinde so spannend. Machen Sie mit und engagieren Sie sich für Jung und Alt!

Wer in der neuen Gruppe dabei sein möchte, die im Frühjahr 2014 (voraussichtlich am 4. Mai) konfirmiert wird, ist herzlich mit den Eltern eingeladen zur Anmeldung und zu ersten Absprachen am Dienstag, den 19. März um 18.30 Uhr im Philippshaus. Offiziell begrüßt werden unsere neuen Konfirmanden und Konfirmandinnen dann im Gottesdienst am Sonntag Kantate, dem 28. April um 10.00 Uhr in der Universitätskirche.
Ab dem 1. März 2013 werden wir, Katja und Joachim Simon die Pfarrstelle (1.) an der Marburger Universitätskirche versehen und für das Pfarramt West zuständig sein.
Ich, Katja Simon, bin Jahrgang 1971 und in Auerbach im sächsischen Vogtland mit zwei Schwestern aufgewachsen. Das Studium der Theologie verschlug mich nach Jena, Göttingen und Bochum. Nach der Vikariatszeit in Bad Karlshafen arbeitete ich zwölf Jahre in zeitweiser Stellenteilung, aber auch mit vollem Dienstumfang in Baunatal Großenritte-Altenritte. Innerhalb der Gemeindearbeit ergaben sich Schwerpunkte in der Arbeit mit Kindern, Familien, Konfirmanden, aber auch in der Erwachsenenbildung und im Bereich Kirche und Kunst. Als Pfarrerin ist es mir wichtig, die Lebenswelt der Menschen kennenzulernen, zu erleben und nach zu spüren, was sie bewegt, mit welchen Fragen sie in der Kirche nach Antworten suchen. Daraus kann Gemeindearbeit wachsen. Ich bin gespannt auf unterschiedliche Begegnungen, mit den Menschen in der Südstadt und am Ortenberg, auf die Impulse aus dem Institut für Kirchenbau und Kunst und auf die Begegnung mit anderen Religionen. „Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ (Martin Buber)
Ich, Joachim Simon, bin 48 Jahre alt und stamme aus Wildeck-Obersuhl. Studiert habe ich in Marburg, Göttingen und Bochum, zeitweise war ich Sänger und Gitarrist in einer Band. Nach meinem Vikariat in Homberg/Efze war ich zwei Jahre Pfarrer in Gieselwerder. Mit meiner Ehefrau bin ich mehr als 12 Jahre lang als Gemeindepfarrer in Baunatal tätig gewesen. Von dort bringe ich Erfahrungen aus der Konfirmanden– und Erwachsenenarbeit sowie der Gemeindeleitung mit. Ich freue mich darauf, mit Ihnen in der Universitätskirche und in St. Jost vielfältige Gottesdienste zu feiern, in denen wir als Christenmenschen der Botschaft unseres Gottes begegnen, von dem wir als Einzelne wie auch als Gemeinde leben. „Soli Deo Gloria – Allein Gott die Ehre.“ Ich arbeite ausgesprochen gern im Team und interessiere mich für moderne Kunst, Film und Geschichte. Auch unsere beiden Kinder, Leonard (10 Jahre) und Natascha (9 Jahre) freuen sich schon auf die Stadt Marburg.
Alle Gemeindeglieder und weitere „Neugierige“ sind herzlich zum Einführungsgottesdienst am 17. März um 14.00 Uhr in die Universitätskirche eingeladen. Es singt der Gospelchor „Joy of Life“ der Kurhessischen Kantorei Marburg unter der Leitung von Jean Kleeb.

Titelseite KiM März 2013
„Kirche in Marburg“ — kurz „KiM“ —, die ökumenische Monatszeitung der evangelischen, katholischen und freikirchlichen Gemeinden sowie der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Marburg ist kostenlos in den Kirchen und kirchlichen Gemeinderäumen der Stadt erhältlich — selbstverständlich auch in der Universitätskirche und im Philippshaus, Universitätsstraße 30, und außerdem in der Innenstadt an folgenden Auslagestellen:
- Universitätsbuchhandlung (vormals Elwert), Reitgasse 7/9
- Weltladen Marburg, Markt 7
- Buchladen Quo Vadis, Barfüßerstraße 18
- Sparkasse Marburg-Biedenkopf, Universitätsstraße 10
- Optik Böhler, Universitätsstraße 46
- Diakonisches Werk Oberhessen, Haspelstraße 5
- Reformhaus M. Wiessner, Liebigstraße 28
- Sonnen-Apotheke, Frankfurter Straße 38
- Georg Marlies Schreibwaren und Toto Lotto, Frankfurter Straße 14a
- Expreß Chemische Reinigung S. Saktreger, Gutenbergstraße 6
- Kleiderladen des DWO, Gutenbergstraße 12
- Buchhandlung Roter Stern, Am Grün 28
- Tourist-Information, Pilgrimstein 26
- Orthopädieschuhtechnik Baum, Liebigstraße 50
- Altenhilfezentrum St. Jakob, Auf der Weide 6
- Café de Gass, Weidenhäuser Straße 35
- Blumenladen Else G., Erlenring 4

An der Universitätskirche (Otto Ubbelohde, um 1906)
Im Frühjahr 1963 wurden zahlreiche Konfirmandinnen und Konfirmanden von Pfarrer Adamek und Pfarrer Lotz in der Universitätskirche eingesegnet. In einem Festgottesdienst (aller Voraussicht nach) am 1. September 2013 um 10 Uhr feiern wir darum die „Goldene Konfirmation“. Alle Jubilare mit ihren Angehörigen, aber auch die Klassenkameraden und Angehörigen anderer Konfessionen, die diesen Festtag und den Abendmahlsgottesdienst mitfeiern möchten, sind herzlich dazu eingeladen. Bitte melden Sie sich per Telefon oder Mail im Pfarramt an. Wir bitten auch herzlich um Hilfe bei der Ermittlung aktueller Adressen und der Organisation des „Drumherum“ dieses Festes und freuen uns, wenn Sie sich dazu bereit erklären.

(Foto: ekkw.de / blickkontakt 2006/4)
Eine Frau am Altar und auf der Kanzel – das ist eine Selbstverständlichkeit mittlerweile, bei der kaum mehr bewusst ist, dass der Weg dahin auch in der evangelischen Kirche mühsam war. Darum sei an Claudia Bader erinnert, deren Porträt nun endlich in die Reihe der ordinierten Pfarrer und Prädikanten in der Sakristei der Universitätskirche aufgenommen wird. Geboren in Indien als Tochter eines Missionars, der 1912 als Leiter des Elisabethenhofs nach Marburg kam, ließ sie sich zunächst zur Lehrerin ausbilden. Dann legte legte Claudia Bader bis 1934 sämtliche theologischen und kirchlichen Examina ab, ohne eine feste Berufsperspektive zu haben. Offiziell mit Klinikseelsorge betraut, hat sie Jahre lang auch in der Gemeinde und in den Gottesdiensten der Universitätskirche mitgearbeitet und Pfarrer Karl Bernhard Ritter entlastet. Beharrlich hat sie gegen alle Widerstände für die gleichberechtigte Zulassung von Frauen zum Pfarramt gekämpft. Vor genau 60 Jahren, am 4. Advent 1952, wurde Claudia Bader als eine der ersten Frauen in unserer Landeskirche in der Universitätskirche ordiniert. Sie musste aber immer noch den Titel einer Pfarrvikarin führen und sich mit einem geringeren Gehalt zufrieden geben. Erst im Jahr 1962, als die Landeskirche Frauen uneingeschränkt zum Gemeindepfarramt zuließ – kürzlich feierte man das 50. Jubiläum –, wurde Claudia Bader mit der Leitung einer eigenen Gemeinde betraut: mit der Pauluskirche, an der sie bis zum Ruhestand 1966 arbeitete. Manche Ältere erinnern sich vielleicht noch persönlich an diese bemerkenswerte Theologin.
Aus Anlass des Ordinationsjubiläums von Claudia Bader nehmen wir ihr Bild in die Reihe der Pfarrer, Prädikanten und Kirchenmusiker in der Sakristei der Universitätskirche auf. Wir laden Sie herzlich ein, das Bild in Augenschein zu nehmen beim Kirchenkaffee nach dem Gottesdienst am 3. Sonntag im Advent um 10 Uhr.
Wolfgang Huber

Ab dem 1. Advent ist wieder die Krippenlandschaft in der Universitätskirche aufgebaut. Bis zum Dreikönigsfest verändert sie sich ständig, weil die Figuren auf dem Weg bleiben. Täglich (außer Montag) kann sie von 9 bis 18 Uhr besichtigt werden. Wenn Sie einmal während dieser Tage durch die Oberstadt kommen, nehmen Sie sich ruhig ein paar Minuten Zeit und schauen herein. Unter dem Titel „Lasst uns nach Bethlehem gehen“ gibt es ein Büchlein mit Bildern und Texten zu unserer Weihnachtskrippe. Es kann gegen eine Spende in der Kirche erworben werden. Das Geld ist für die Aids-Hilfe in unserem Partnerkirchenkreis Moretele bestimmt.


