Archiv: Januar 2022

IMAGINE – Installation von huber.huber

Ende Janu­ar ist mit einem Lit­ur­gic-Spe­ci­fic-Art Got­tes­dienst unter Betei­li­gung des Schwei­zer Künst­ler­du­os huber.huber die Aus­stel­lung „IMAGINE – 80 Mil­lio­nen Trä­nen für Men­schen auf der Flucht“ in der Uni­ver­si­täts­kir­che eröff­net wor­den. Die­ser vor­erst letz­te LSA-Got­tes­dienst wur­de von Stu­die­ren­den der Ev. Theo­lo­gie gestal­tet und vom Vocal-Ensem­ble „Thea­ti­men­to“ musi­ka­lisch berei­chert und war sehr ein­dring­lich. Ein Theo­lo­gie­stu­dent aus Polen berich­te­te vom der­zei­ti­gen Flücht­lings­elend im Grenz­ge­biet von Bela­rus und Polen. Und in sei­ner Pre­digt schlug Prof. Tho­mas Erne einen Bogen von ver­gan­ge­nen und gegen­wär­ti­gen Flucht-Erfah­run­gen über das Empa­thie­ver­mö­gen des Barm­her­zi­gen Sama­ri­ters bis zu der Bit­te des jun­gen Königs Salo­mo um Empa­thie. Er bit­tet Gott um ein „hören­des Herz“, um „zwi­schen Gut und Böse unter­schei­den zu kön­nen“ (1. Köni­ge 3,9). Die­se Bit­te kann auch Chris­ten ein Vor­bild sein, die der­zei­ti­gen Zustän­de in unse­rer Welt — wie Flücht­lings­elend, Kriegs­ge­fahr und Kli­ma­wan­del — nicht etwa emo­ti­ons­los über sich erge­hen zu las­sen. Son­dern ihnen mit Anteil­nah­me, Empa­thie, der Hoff­nung auf Bes­se­rung und einer gehö­ri­gen Por­ti­on Uto­pie zu begegnen.

Bis zum 13. April 2022 wird das Hoch­kreuz der Uni­ver­si­täts­kir­che mit einem 5 Meter hohen Ban­ner mit der Auf­schrift „IMAGINE“ ver­hängt sein und zahl­rei­che Gefä­ße mit „Trä­nen­trop­fen“ wer­den in der Kir­che ver­teilt ste­hen. „IMAGINE“ — Stellt Euch vor! Flücht­lin­ge könn­ten ange­mes­sen auf­ge­nom­men und Flucht­ur­sa­chen gemein­sam gelöst wer­den, die Kriegs­ge­fahr abge­wen­det und der Kli­ma­wan­del auf­ge­hal­ten wer­den. Durch Empa­thiefä­hig­keit von ein­zel­nen Men­schen oder von Grup­pen sowie durch gemein­sa­me Bemü­hun­gen und Koor­di­na­ti­on über Län­der- und Sprach­gren­zen hin­weg! Chris­ten ima­gi­nie­ren in der Pas­si­ons­zeit ein (vor­erst noch nicht sicht­ba­res) Kreuz, das sei­ner­seits für die Empa­thiefä­hig­keit Got­tes, für das Lei­den sei­nes Soh­nes an der Welt steht. Dazu laden wir in unse­ren Pas­si­ons­got­tes­diens­ten und Andach­ten ein.

Beim letz­ten LSA-Got­tes­dienst wur­den 640 € für die Flücht­lings­hil­fe der Dia­ko­nie in Polen gespen­det, die den Hel­fe­rIn­nen im Grenz­ge­biet zu Bela­rus unmit­tel­bar zu Gute kom­men sol­len. Dank an alle! Die Kir­chen­ge­mein­de steht in Kon­takt mit dem Bischof der Evan­ge­lisch-Augs­bur­gi­schen Kir­che in Polen. Bank­ver­bin­dung für wei­te­re Spenden:

Dia­ko­nia Kości­oła Ewangelicko-Augsburskiego
IBAN: PL 56 1240 1037 1978 0000 0693 1401 (EUR)
BIC: PKOPPLPW
„Flücht­lings­hil­fe Dia­ko­nie Polen“

Bild: IMAGINE von huber.huber (Foto: J. Simon)

IMAGINE. Rückblick und Ausstellung

Kunst­got­tes­dienst („Lit­ur­gy Spe­ci­fic Art“) am 30. Janu­ar 2022

Die Instal­la­ti­on von huber.huber ist noch bis zum 13. April 2022 zu sehen.

Foto: Jörg Rustmeier

IMAGINE. Liturgy-Specific-Art-Gottesdienst am 30. Januar 2022

Ausstellungsankündigung und Aufruf „Imagine“ mit huber.huber

Am 30. Janu­ar 2022 um 11.00 Uhr wird das Schwei­zer Künst­ler­duo huber.huber ihre Aus­stel­lung „Ima­gi­ne — über 80 000 000 Men­schen sind auf der Flucht“ im Rah­men eines Lit­ur­gy-Spe­ci­fic-Art-Got­tes­diens­tes in der Mar­bur­ger Uni­ver­si­täts­kir­che eröff­nen. Die raum­grei­fen­de Instal­la­ti­on wird aus zahl­rei­chen, offe­nen Gefä­ßen vol­ler Trä­nen bestehen. Die Gefä­ße ste­hen über­all, ein­zeln oder dicht als klei­ne Still­le­ben arran­giert und erin­nern an die Men­schen auf der Flucht.

Ihre Unter­stüt­zung ist gefragt:
Bit­te brin­gen Sie ab dem 10. Janu­ar Gefä­ße, die Sie ent­beh­ren kön­nen, in die Uni­ver­si­täts­kir­che. Somit wer­den die Gefä­ße Teil der Instal­la­ti­on. Es ist egal, aus wel­chem Mate­ri­al und wie groß die Gefä­ße sind. Ihre Töp­fe, Glä­ser, Vasen, Schüs­seln, Sup­pen­tel­ler, Fla­schen, Scha­len, Tas­sen usw. kön­nen Sie an der gekenn­zeich­ne­ten Stel­le in der Uni­ver­si­täts­kir­che abstel­len. Auf die­se Wei­se wer­den Ihre Gefä­ße Teil der Installation.

Doro­thea von Kiedrowski

EKD-Insti­tut für Kir­chen­bau und kirch­li­che Kunst der Gegen­wart an der Phil­ipps-Uni­ver­si­tät Marburg

Runder Tisch der Religionen im Januar 2022

Der Run­de Tisch der Reli­gio­nen in Mar­burg lädt am Mon­tag, dem 24. Janu­ar, um 19.30 Uhr zu einem Gesprächs­abend in die  Uni­ver­si­täts­kir­che ein. Thema:

Spi­ri­tua­li­tät – mit ande­ren unterwegs“

😷 Es gilt die „2G+“-Regelung (geboos­tert oder mit tages­ak­tu­el­lem Test)!

Inter­es­sier­te kön­nen ab 19.00 Uhr an einer Kir­chen­füh­rung teilnehmen.

Gemeindenachmittage im Januar und Februar 2022

Falls es die Coro­na-Bedin­gun­gen zulas­sen, laden wir im Janu­ar und Febru­ar zu zwei Senio­ren-Nach­mit­ta­gen ein: Am Don­ners­tag, dem 20. Janu­ar zum The­ma „Jah­res­lo­sung 2022“ und am Don­ners­tag, dem 17. Febru­ar zum The­ma „Welt­ge­bets­tag 2022 aus Eng­land, Wales und Nord­ir­land“. Beginn jeweils um 15 Uhr im Phil­ipps­haus. Wenn Sie gegen 14.30 Uhr abge­holt wer­den möch­ten, mel­den Sie sich bit­te im Gemeindebüro,  (06421) 23745, an.

Foto: Archiv

Ökumenisches Friedensgebet am 10. Januar 2022 um 18 Uhr

Frau­en auf der Flucht

Wie bei der bibli­schen „Flucht nach Ägyp­ten“ ver­su­chen heut­zu­ta­ge Müt­ter, ihre Kin­der vor Not und Bedro­hung in Sicher­heit zu brin­gen. Dabei ris­kie­ren sie sel­ber Leib und Leben. Flüch­ten­de Frau­en sind beson­de­rer Gewalt und Demü­ti­gung aus­ge­setzt. Ihnen gilt unse­re Für­bit­te und finan­zi­el­le Unterstützung.

Wie immer, mit Gitar­ren­klän­gen lit­ur­gisch gerahmt, brin­gen wir – nach Art der Basis­ge­mein­den – unse­re eige­nen Bei­trä­ge zu den Bibel­tex­ten ein und las­sen die­se ins Gebet münden.

Kom­men Sie und ver­stär­ken Sie unse­re Runde!
Raum ist genü­gend da, um Abstand zu wah­ren und doch mit­ein­an­der ins Gespräch zu kommen.

Info: Frau Barth, (06421) 81908

Es gilt die „3G“-Regel (Geimpft oder gene­sen oder getestet)!

Flucht nach Ägyp­ten (Die sie­ben Schmer­zen Mariae, Mit­tel­ta­fel), Albrecht Dürer, 1494/97
Gottesdienst zu Epiphanias

Die Hei­li­gen Drei Köni­ge vor Mar­burg (Otto Ubbelohde)

Am Don­ners­tag, dem 6. Janu­ar 2022, um 19.00 Uhr fei­ert die Gemein­de das „Drei-Königs-Fest“ mit einer Epi­pha­ni­as-Mes­se. Es singt die Scho­la der Uni­ver­si­täts­kir­che. Die Orgel spielt Kan­tor Gerold Vorrath.

Auf ein Wort — Verantwortung, Achtsamkeit und Zusammenhalt

Im Herbst des ver­gan­ge­nen Jah­res hat­te der „Run­de Tisch der Reli­gio­nen in Mar­burg“ zu zwei Ver­an­stal­tun­gen ein­ge­la­den: zum „Frie­dens­weg der Reli­gio­nen“, der vom Mark­platz in die Uni­ver­si­täts­kir­che und die neue Moschee, dann in das Shambhal­la-Zen­trum der Bud­dhis­ten und schließ­lich in die Syn­ago­ge führ­te. An jeder Sta­ti­on stell­ten wir uns die Fra­ge: „Kann die Reli­gi­on bzw. unser Glau­be etwas für den gesell­schaft­li­chen Frie­den aus­tra­gen?“ Bei einem wei­te­ren Gesprächs­abend ging es um das The­ma „Gesund­heit und Acht­sam­keit in Zei­ten der Pan­de­mie.“ Die viel­sei­ti­gen Impul­se und anre­gen­den Gesprä­che waren für die meis­ten Teil­neh­men­den über­aus wohl­tu­end. Mir als Pfar­rer wur­de bei die­sen Gesprä­chen bewusst: Die meis­ten Sor­gen, Ängs­te und Hoff­nun­gen (!) tei­le ich nicht nur mit mei­nen christ­li­chen Schwes­tern und Brü­dern, son­dern auch mit mei­nen mus­li­mi­schen, jüdi­schen und bud­dhis­ti­schen Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­gern. Und so unter­schied­lich die Glau­bens­an­sät­ze, Auf­fas­sun­gen und Prak­ti­ken der Men­schen der jewei­li­gen Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten in Mar­burg sein mögen — alle waren sich einig, dass die Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten eine hohe Ver­ant­wor­tung für den gesell­schaft­li­chen Frie­den und die „hei­mi­sche Kul­tur“ haben. Nicht nur ange­sichts von Frem­den­feind­lich­keit, Ras­sis­mus und Anti­se­mi­tis­mus, son­dern auch ange­sichts der Her­aus­for­de­run­gen der Pan­de­mie, die zuneh­mend den gesell­schaft­li­chen Frie­den gefähr­den. Immer wie­der fie­len die Begrif­fe „Ver­ant­wor­tung, Acht­sam­keit und Zusam­men­halt“. Als ein Wert oder eine Hal­tung, als Zei­chen von Soli­da­ri­tät und Zivil­cou­ra­ge. Auch waren sich die meis­ten Teil­neh­men­den dar­in einig, die noch „Zöger­li­chen“ — die es übri­gens in allen Reli­gi­ons­ge­mein­schaf­ten und Gemein­den gibt — von einer Imp­fung gegen das Virus zu überzeugen.

Was wird wohl das Neue Jahr 2022 brin­gen? Ich ver­mu­te: Der Zusam­men­halt der Gesell­schaft wird auch in die­sem Jahr ein The­ma sein. Und die Fra­ge nach Wach­sam­keit und Acht­sam­keit eine gro­ße Rol­le spie­len. Und auch wir Chris­ten tra­gen eine hohe Ver­ant­wor­tung, wie wir unse­ren Glau­ben leben und bezeu­gen, wie wir mit unse­ren Nächs­ten (und Ferns­ten) umge­hen und was wir ver­ant­wort­lich tun soll­ten. Als Chris­ten kom­men wir von Weih­nach­ten her. Wir glau­ben an einen Gott, der in Jesus Mensch gewor­den ist und der durch Chris­tus die gan­ze Welt ret­ten will. Da setzt übri­gens die Jah­res­lo­sung 2022 (Joh 6,37) an: Jesus Chris­tus spricht: „Alles, was mir der Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den wer­de ich nicht ver­sto­ßen.“ Das kann man natür­lich ver­schie­den deu­ten: Wer­den nur die­je­ni­gen geret­tet, die (zuvor) zu Chris­tus gekom­men sind? Das wäre reich­lich exklu­siv. Oder ver­ste­hen wir die Wor­te Jesu eher inklu­siv: Näm­lich, dass Gott will, dass mög­lichst alle Men­schen geret­tet wer­den und dass am Ende nie­mand von Chris­tus abge­wie­sen wird. Ich den­ke, das wäre eher im Sin­ne Christi.

Was also wird das neue Jahr brin­gen? Ich glau­be, Ver­ant­wor­tung, Acht­sam­keit und Zusam­menn­halt zu leben, ist uns als Chris­ten mög­lich, wenn wir Halt fin­den. Span­nun­gen und Unge­wiss­hei­ten in die­sen Zei­ten aus­zu­hal­ten erfor­dert, sich selbst gehal­ten zu wis­sen. So man­ches wird uns hof­fent­lich auch in die­sem Jahr Halt geben: die Fami­lie, Freun­de, der Beruf, die Schu­le, die Uni­ver­si­tät, die Natur und Kul­tur und das viel­fäl­ti­ge kir­chen­ge­meind­li­che Leben in Mar­burg. Und am Anfang und Ende auch der Glau­be, von Gott gehal­ten zu sein. Auch davon kün­det die Jah­res­lo­sung. Jesus Chris­tus weist nie­man­den ab auf dem Weg zu Gott. Blei­ben Sie behütet!

Von Joa­chim Simon
Pfar­rer der Uni­ver­si­täts­kir­chen­ge­mein­de Marburg

(Foto: G. Erne)

Die Jahreslosung 2022

(Foto: El Hier­ro / Mar­le­ne Mahl)

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