Claudia Bader (1900–1974) – eine der ersten Pfarrerinnen

(Foto: ekkw.de / blick­kon­takt 2006/4)

Eine Frau am Altar und auf der Kan­zel – das ist eine Selbst­ver­ständ­lich­keit mitt­ler­wei­le, bei der kaum mehr bewusst ist, dass der Weg dahin auch in der evan­ge­li­schen Kir­che müh­sam war. Dar­um sei an Clau­dia Bader erin­nert, deren Por­trät nun end­lich in die Rei­he der ordi­nier­ten Pfar­rer und Prä­di­kan­ten in der Sakris­tei der Uni­ver­si­täts­kir­che auf­ge­nom­men wird. Gebo­ren in Indi­en als Toch­ter eines Mis­sio­nars, der 1912 als Lei­ter des Eli­sa­be­then­hofs nach Mar­burg kam, ließ sie sich zunächst zur Leh­re­rin aus­bil­den. Dann leg­te leg­te Clau­dia Bader bis 1934 sämt­li­che theo­lo­gi­schen und kirch­li­chen Exami­na ab, ohne eine fes­te Berufs­per­spek­ti­ve zu haben. Offi­zi­ell mit Kli­nik­seel­sor­ge betraut, hat sie Jah­re lang auch in der Gemein­de und in den Got­tes­diens­ten der Uni­ver­si­täts­kir­che mit­ge­ar­bei­tet und Pfar­rer Karl Bern­hard Rit­ter ent­las­tet. Beharr­lich hat sie gegen alle Wider­stän­de für die gleich­be­rech­tig­te Zulas­sung von Frau­en zum Pfarr­amt gekämpft. Vor genau 60 Jah­ren, am 4. Advent 1952, wur­de Clau­dia Bader als eine der ers­ten Frau­en in unse­rer Lan­des­kir­che in der Uni­ver­si­täts­kir­che ordi­niert. Sie muss­te aber immer noch den Titel einer Pfarr­vi­ka­rin füh­ren und sich mit einem gerin­ge­ren Gehalt zufrie­den geben. Erst im Jahr 1962, als die Lan­des­kir­che Frau­en unein­ge­schränkt zum Gemein­de­pfarr­amt zuließ – kürz­lich fei­er­te man das 50. Jubi­lä­um –, wur­de Clau­dia Bader mit der Lei­tung einer eige­nen Gemein­de betraut: mit der Pau­lus­kir­che, an der sie bis zum Ruhe­stand 1966 arbei­te­te. Man­che Älte­re erin­nern sich viel­leicht noch per­sön­lich an die­se bemer­kens­wer­te Theo­lo­gin.

Aus Anlass des Ordi­na­ti­ons­ju­bi­lä­ums von Clau­dia Bader neh­men wir ihr Bild in die Rei­he der Pfar­rer, Prä­di­kan­ten und Kir­chen­mu­si­ker in der Sakris­tei der Uni­ver­si­täts­kir­che auf. Wir laden Sie herz­lich ein, das Bild in Augen­schein zu neh­men beim Kir­chen­kaf­fee nach dem Got­tes­dienst am 3. Sonn­tag im Advent um 10 Uhr.

Wolf­gang Huber

 

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