Archiv: März 2012

Opfer — Theorie und Praxis der Religionen“

Der Runde Tisch der Reli­gio­nen lädt zu einer Podi­ums­ver­an­stal­tung am 27. März um 19.00 Uhr in das Phil­ipp­shaus ein. Auf dem Podium dis­ku­tie­ren Emmi-Lusie Becker (Islam), Monika Bunk (Juden­tum), Kelly Hern­don (Bahá’í), Dechant Franz Lang­stein (Katho­li­sche Kir­che), Dekan Burk­hard zur Nie­den (Evan­ge­li­sche Kir­che) und Anto­nius Pothof (Buddhismus).

Mode­ra­tion: Diet­rich Han­nes Eibach

Das isla­mi­sche Opfer­fest erin­nert an Abra­ham, der nach den Über­lie­fe­run­gen der drei mono­the­is­ti­schen Reli­gio­nen bereit war, sei­nen eige­nen Sohn zu opfern. Im letz­ten Augen­blick hielt er inne und schlach­tete an sei­ner Stelle einen Wid­der. Aus den Reli­gio­nen ken­nen wir Lob-, Dank-, Bitt– und Süh­ne­op­fer. Doch schon in den pro­phe­ti­schen Schrif­ten fin­den wir eine kri­ti­sche Ein­stel­lung zum Opfer­we­sen. So heißt es bei Hosea: „Ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer“ (6,6). Was für ein Ver­hält­nis haben wir heute zum Opfer in unse­rer eige­nen Reli­gion und wie gehen andere Reli­gio­nen mit die­sem Thema um?

Uni im Café: „Apokalypse innen und außen“

Pro­fes­sor Dr. Ger­hard Mar­cel Mar­tin
aus Anlass sei­nes 70. Geburtstags

Sonn­tag, 25. März 2012, 11.00 Uhr, Café Vet­ter (Mar­burg, Reit­gasse 4)

Reli­gi­ons­ge­schicht­lich heißt „Apo­ka­lypse“ nicht Welt­zer­stö­rung, son­dern Ent­hül­lung, Auf­de­ckung, Offen­ba­rung destruk­ti­ver, aber auch ret­ten­der Mächte. Dop­pel­tes Thema ist Welt­ende genauso wie Welt­ver­wand­lung durch unge­heure Ver­nich­tungs­pro­zesse hindurch.

Apo­ka­lypse geschieht außen und innen: in welt­po­li­ti­schen Dimen­sio­nen und in Visio­nen von himm­li­schen und höl­li­schen Wel­ten. Schon Kant unter­schei­det ein natür­li­ches, ein kata­stro­phisch wider­na­tür­li­ches und ein „über­na­tür­li­ches“, „mys­ti­sches“ Ende aller Dinge. Sind apo­ka­lyp­ti­sche Tra­di­tio­nen gegen­wär­tig aktu­ell – in Poli­tik, Tie­fen­psy­cho­lo­gie und Theo­lo­gie? Wo geschieht „Apo­ka­lypse“ heute?

Ein­tritt: 8,– €, Mit­glie­der und Stu­den­ten 6,– €

Lichtkunstwerk „Sterntaler“

Zum Grimm-Jubiläum 2012 hat der Fach­dienst Kul­tur der Uni­ver­si­täts­stadt Mar­burg die künst­le­ri­sche Umset­zung des Sterntaler-​Märchens als Licht­kunst­werk im öffent­li­chen Raum initiiert.

Die Künst­ler Doris und Flo­rian Con­rads kön­nen viel­fäl­tige Erfah­run­gen ein­brin­gen: Städel-​Absolventin und Otto-​Ubbelohde-​Preisträgerin Doris Con­rads hat sich inten­siv mit Ster­nen­him­mel, NASA-Weltraum-Fotografie, Mar­bur­ger Moti­ven und Licht­kunst aus­ein­an­der­ge­setzt. Ihr Sohn Flo­rian Con­rads (Ber­lin) ist als Diplom-​Grafikdesigner und pas­sio­nier­ter Foto­graf von den mul­ti­me­dia­len Aspek­ten der Auf­gabe fasziniert.

Im Licht­kunst­werk „Stern­ta­ler“ wird das Mäd­chen aus der Sterntaler-​Illustration von Otto Ubbe­lohde mit einer Weltraum-​Fotografie kom­bi­niert – frei­ge­ge­ben von der NASA/ESA.

Ver­nis­sage an der Universitätskirche/Kornmarkt ist am Früh­lings­an­fang, Frei­tag, 23. März 2012, um 19.30 Uhr. Dort wird das Licht­kunst­werk an der Uni­ver­si­täts­kir­che instal­liert. Gleich­zei­tig wer­den an dem „Lese­ort“ die Bron­ze­bü­cher von Astrid Lind­gren, J.R.R. Tol­kien, Antoine de Saint-​Exupéry und Erich Käs­t­ner ergänzt um ein bron­ze­nes Grimm-​Buch – mit dem Mär­chen „Die Sterntaler“.

Die Brü­der Grimm sind in ihrer Stu­di­en­zeit in die Uni­ver­si­täts­kir­che zum Got­tes­dienst gegan­gen. Im Vor­läu­fer­bau der benach­bar­ten Alten Uni­ver­si­tät wurde ihnen 1819 die Ehren­dok­tor­würde verliehen.

Kurz­film: Stern­ta­ler Lichtkunstprojekt

Islamischer Religionsunterricht. Modelle, Erfahrungen, Probleme“

Der Runde Tisch der Reli­gio­nen lädt zu einer Podi­ums­dis­kus­sion am 13. März um 19.30 Uhr in den his­to­ri­schen Rat­haus­saal ein. Es spre­chen Dr. phil. Tarek Bada­wia, M.A. (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, Insti­tut für Erzie­hungs­wis­sen­schaft), Eva-Maria El-Shabassy (Lei­te­rin der Kom­mis­sion „Isla­mi­scher Reli­gi­ons­un­ter­richt“ des Koor­di­na­ti­ons­ra­tes der Mus­lime in Deutsch­land — KRM, Köln) und Ober­lan­des­kir­chen­rat Dr. Eber­hard Stock (Lei­ter des Dezer­nats Bil­dung, Vor­sit­zen­der der Theo­lo­gi­schen Kam­mer der Evan­ge­li­schen Kir­che von Kurhessen-Waldeck, Mit­glied der Bil­dungs­kam­mer der Evan­ge­li­schen Kir­che von Kurhessen-Waldeck, Kas­sel). Die Mode­ra­tion hat Dipl.-Pol. Stef­fen Rink (Philipps-Universität Mar­burg, Fach­ge­biet Reli­gi­ons­wis­sen­schaft / REMID). Die Begrü­ßung spricht Prof. Dr. theol. Hans-Martin Barth.

Der Isla­mi­sche Reli­gi­ons­un­ter­richt wird seit Jahr­zehn­ten the­ma­ti­siert und nimmt an Aktua­li­tät wei­ter zu. Unum­strit­ten ist die Not­wen­dig­keit der Ein­füh­rung eines qua­li­fi­zier­ten kon­fes­sio­nel­len Reli­gi­ons­un­ter­richts für mus­li­mi­sche Schü­le­rin­nen und Schü­ler. Mitt­ler­weile gibt es die ers­ten Modell­ver­su­che in Nie­der­sach­sen und Nordrhein-Westfalen.

Anmeldung der neuen Konfirmanden

Wer in der neuen Gruppe dabei sein möchte, die im Früh­jahr 2013 kon­fir­miert wird, ist herz­lich mit den Eltern ein­ge­la­den zur Anmel­dung und zu ers­ten Abspra­chen am Diens­tag, dem 13. März 2012 um 18.00 Uhr im Phil­ipp­shaus.

Evangelische Messe zu Okuli

Pan­theon in Rom (Foto: Jörg Rustmeier)

„Meine Augen sehen stets zu dem Herrn; denn er wird mei­nen Fuß aus dem Netze zie­hen.“ (Psalm 25,15)

Am 11. März, dem Sonn­tag Okuli fei­ert Prä­di­kant Willi Zim­mer­mann eine Evan­ge­li­sche Messe mit uns. Beginn ist um 10 Uhr.

Besprechung: „Let’s Make Money“ – Wer regiert das Geld?

Wolf­gang Kess­ler und Josef Rother / Kino Capi­tol (Fotos: Jörg Rustmeier)

Ein Abend über die Opfer und die Täter der Finanzkrise

Der Wes­ten, der mit 12,8 Pro­zent der Welt­be­völ­ke­rung eine Min­der­heit ist, herrscht über den Pla­ne­ten seit über fünf­hun­dert Jah­ren. Ende des 15. Jahr­hun­derts, als die Erde rund gewor­den ist, nach der vier­ten Reise von Kolum­bus, fin­det der Geno­zid in Latein­ame­rika statt. Dann gab es 350 Jahre Skla­ven­han­del, dann 150 Jahre lang die Kolo­ni­al­mas­sa­ker und die Ter­ri­to­ri­al­be­set­zung. Heute gibt es die Tyran­nei des glo­ba­li­sier­ten Finanz­ka­pi­tals. Letz­tes Jahr haben die fünf­hun­dert größ­ten Pri­vat­kon­zerne der Welt nach Welt­bank­sta­tis­ti­ken gemein­sam über 52 Pro­zent des Welt­so­zi­al­pro­duk­tes beherrscht. Die­ses Finanz­ka­pi­tal in den Hän­den eini­ger west­li­cher Olig­ar­chen hat eine Macht, die nie zuvor in der Geschichte der Mensch­heit ein König, ein Kai­ser oder ein Papst gehabt hat.“

Mit die­sem dras­ti­schen Zitat von Jean Zieg­ler, ehe­mals UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nah­rung, eröff­nete Josef Rother vom Eine-Welt-Kugel-Kreis (Katho­li­sche Kir­chen­ge­meinde St. Johan­nes Ev.) am Diens­tag, dem 6. März, den Abend im voll­be­setz­ten Kino­saal und war damit gleich am Kern des The­mas ange­langt: Die kata­stro­pha­len Aus­wir­kun­gen des inter­na­tio­na­len Finanz­sys­tems, die wir alle zu spü­ren bekom­men, viel­mehr aber noch die Men­schen in den ärms­ten Län­dern der Welt, die auf­grund glo­ba­ler Finanz­spe­ku­la­tio­nen von ihrer Arbeit nicht mehr leben können.

Es war bereits die zweite Ver­an­stal­tung zu die­sem Thema in einem Mar­bur­ger Kino. Die erste fand drei Wochen zuvor statt und war eben­falls völ­lig aus­ge­bucht. Allein diese Tat­sa­che macht deut­lich, dass vie­len Men­schen das Thema auf der Seele brennt. Ent­spre­chend breit war auch der Initia­to­ren­kreis der Ver­an­stal­tung: Neben dem Eine-Welt-Kugel-Kreis die Steue­rungs­gruppe „Fai­rer Han­del“ der Uni­ver­si­täts­stadt Mar­burg, die Evan­ge­li­sche Kir­che von Kurhessen-Waldeck, der Welt­la­den Mar­burg, attac Mar­burg, die Christ­li­che Frie­dens­in­itia­tive Mar­burg sowie das Kino Cine­p­lex Marburg.

Wolf­gang Kess­ler, Öko­nom und Chef­re­dak­teur der kritisch-christlichen Zei­tung Publik-Forum erläu­terte in sei­nem Vor­trag mit ein­fa­chen Wor­ten die kom­pli­zier­ten Zusam­men­hänge des glo­ba­len Finanz­sys­tems, so dass sie auch Nicht-Ökonomen ver­ständ­lich wur­den. Dabei sprach er auch das innere Befin­den vie­ler Zuhö­rer an: Der Mensch hat beim Geld zwei Sei­ten, eine gie­rige und eine soziale. Einer­seits möchte er immer mehr haben, aber ande­rer­seits auch etwas für die Men­schen und die Ver­bes­se­rung der Welt tun. Beim Ein­kau­fen macht sich die­ses Bewusst­sein schon bemerk­bar: Immer­hin kau­fen acht Pro­zent der Kun­den Bio– und fair gehan­delte Pro­dukte. Beim Geld­an­le­gen sieht das aber anders aus: 99 Pro­zent der Bank­kun­den geben ihr Geld und damit auch ihr Gewis­sen am Bank­schal­ter ab, denn sie erwar­ten nur, dass sie nach eini­ger Zeit ihre Zin­zen oder Ren­dite erhal­ten, egal woher das Geld kommt. Dabei kön­nen sie sicher sein: Wenn sie hier einen Gewinn aus Geld­ge­schäf­ten erzie­len, wird es ande­ren irgendwo auf der Welt vor­ent­hal­ten, wobei es nicht sel­ten um deren Exis­tenz geht. Auch die kom­mu­na­len Spar­kas­sen und Volks­ban­ken wirt­schaf­ten nicht unein­ge­schränkt nach ethi­schen Prinzipien.

So rich­te­ten sich im Anschluss an den Vor­trag die Fra­gen der Zuhö­rer auch nach der Wahl der rich­ti­gen Bank: Die GLS-Bank agiere hier mus­ter­gül­tig, meinte Kess­ler. Aber auch bei ande­ren alter­na­ti­ven Geld­in­sti­tu­ten, wie der Umwelt­bank, der Ethik­bank oder der Triodos-Bank, könne der Kunde selbst bestim­men, wie sein Geld ange­legt wird. Lokale Pro­jekte im sozia­len und im Umwelt­be­reich wür­den dabei bevor­zugt. Wei­te­ren Fra­gen und Kom­men­ta­ren stell­ten sich Kess­ler und Bür­ger­meis­ter Franz Kahle, der für die Stadt Mar­burg sprach.

Baum­woll­ernte in Bur­kina Faso (Foto: Doku­men­tar­film „Let’s Make Money“)

Kess­ler bot meh­rere Lösun­gen an hin zu der drin­gend not­wen­di­gen Finanz­wende, der in Deutsch­land bis­her die mark­tra­di­kale Poli­tik aller Regie­run­gen seit der Öff­nung zum Wirt­schafts­li­be­ra­lis­mus unter der rot-grünen Bun­des­re­gie­rung im Wege steht: Die Ver­pflich­tung der Ban­ken, mehr Eigen­ka­pi­tal vor­zu­hal­ten, eine Finanz­trans­ak­ti­ons­steuer, die Tren­nung von Invest­ment– und Geschäfts­ban­ken, Kon­trolle der Schat­ten­ban­ken und Steu­er­oa­sen, Erlass von Aus­lands­schul­den sowie Mit­haf­tung der Gläu­bi­ger statt Sozia­li­sie­rung ihrer Verluste.

Ein Zuhö­rer äußerte Zwei­fel an der Änder­bar­keit der der­zei­ti­gen Finanz­markt­me­cha­nis­men und den damit ver­bun­de­nen Kri­sen und nega­ti­ven Fol­gen für arme Län­der. Kess­ler meinte, die Anhalts­punkte für den Pes­si­mis­mus über­wö­gen, aber es gäbe reale Chan­cen für einen Opti­mis­mus. Diese lägen an der Akti­vi­tät der Bür­ger und ihrem Wider­stand gegen die bis­he­ri­gen Struk­tu­ren. Ein Schü­ler beklagte, dass er im Poli­tik­un­ter­richt nichts von den Zusam­men­hän­gen des Finanz­sys­tems gehört habe, und for­derte bes­sere Infor­ma­tio­nen in den Schu­len. Kess­ler gab ihm grund­sätz­lich Recht, wies aber dar­auf hin, dass Infor­ma­tio­nen in der Schule nur sinn­voll seien, wenn das Finanz­sys­tem nicht nur erklärt, son­dern auch kri­tisch hin­ter­fragt würde.

Ger­hard Schwarz, NZZ (Foto: Doku­men­tar­film „Let’s Make Money“)

Im Anschluss an den Vor­trag und die Dis­kus­sion wurde der zweite, län­gere Teil des Doku­men­tar­films „Let’s Make Money“ (2008) des öster­rei­chi­schen Fil­me­ma­chers Erwin Wagen­ho­fer gezeigt, des­sen Anfang vor Kess­lers Vor­trag zu sehen war. Die glo­ba­len Zusam­men­hänge des Finanz­sys­tems wur­den hier noch ein­mal, ohne jeden wer­ten­den Film­kom­men­tar, deut­lich vor Augen geführt. Zum Bei­spiel: Frauen in Bur­kina Faso pflü­cken Baum­wolle und kla­gen an, dass sie von die­ser har­ten Arbeit nicht leben könn­ten, weil sie fast kein Geld ein­bringe. Dabei han­delt es sich um die beste Baum­wolle der Welt, die ganz von Hand gepflückt und sor­tiert wird. Obwohl gleich­zei­tig die bil­ligste der Welt, ist sie gegen­über der ame­ri­ka­ni­schen Baum­wolle, die von der US-Regierung aus finanz­po­li­ti­schen Grün­den sub­ven­tio­niert wird, nicht kon­kur­renz­fä­hig. Der Pro­duk­ti­ons­ma­na­ger Fran­cis Kologo aus Bur­kina Faso stellt die Kon­se­quen­zen dras­tisch dar: „Wenn der Wes­ten seine Baum­woll­sub­ven­tio­nen nicht stoppt, dann sind wir gezwun­gen zu gehen. Wenn wir aus­wan­dern, kön­nen sie ruhig zehn Meter hohe Mau­ern bauen. Wir wer­den trotz­dem nach Europa kommen.“

Har­ter Schnitt zum Mont Pèle­rin mit Blick über den Gen­fer See, dort wo der soge­nannte Neo­li­be­ra­lis­mus, der in den 80er Jah­ren durch Ronald Rea­gan und Mar­ga­ret That­cher for­ciert wurde, sei­nen welt­wei­ten Anfang nahm. Wir sehen und hören Ger­hard Schwarz, Lei­ter der Wirt­schafts­re­dak­tion der Neuen Zür­cher Zei­tung (NZZ): „Alle Libe­ra­len die­ser Welt sind der Mei­nung, dass Gren­zen offen sein soll­ten für Güter, für Geld und für Dienst­leis­tun­gen. Schwie­ri­ger wird es bei Men­schen. Da muss man sich über­le­gen, ob man nicht eine Art Ein­tritts­preis ver­lan­gen müsste“, denn „ein Neuer pro­fi­tiert von etwas, zu dem er nichts beige­tra­gen hat.“ – Deut­li­cher ist der Kon­flikt, der aus der „Tyran­nei des glo­ba­li­sier­ten Finanz­ka­pi­tals“ (Jean Zieg­ler) resul­tiert, kaum auf den Punkt zu bringen.

Jörg Rust­meier

Wei­tere Informationen:

www.letsmakemoney.at
Wolf­gang Kess­ler: Geld regiert die Welt. Wer regiert das Geld? Publik-Forum Streit­schrift, 2011
Ankün­di­gung der Veranstaltung

Let’s Make Money“ — Wer regiert das Geld?

Film, Vor­trag und Diskussion

Die Ver­an­stal­tung vom 15.02. war aus­ge­bucht. Sie wird am 06. März um 19 Uhr wie­der­holt. Kos­ten­los! Um Spende zur Deckung der Kos­ten wird gebeten.

Finanz­krise: Ursa­chen, Mecha­nis­men und Kon­se­quen­zen weltweit

  • Wer kon­trol­liert die Finanz­märkte? Oder kon­trol­lie­ren die Finanz­märkte uns?
  • Futures — Credit Default Swaps — Devi­sen — Deri­vate — Hedge Fonds — Hebel — Leer­ver­käufe — AAA : Alles klar?
  • Was haben die „Pro­dukte“ der Finanz­wirt­schaft über­haupt mit der Real­wirt­schaft zu tun?
  • Wer pro­fii­tiert und wer trägt die Kosten?
  • Seit wann haben Rating-Agenturen so viel Macht?
  • Warum müs­sen Ban­ken geret­tet werden?
  • Schul­den­krise (fast) welt­weit: Wer sind eigent­lich die Gläubiger?
  • Was hat die Börse in Chi­cago mit dem Getrei­de­preis in Uganda zu tun?
  • Was ist eine Finanz­trans­ak­ti­ons­steuer und wie könnte sie zu einer „Steuer gegen Armut“ werden?

Und: Was hat das alles mit mir zu tun?

06. März 2012, 19 Uhr
Capitol-Center, Mar­burg
(Ein­tritt frei — bitte Kar­ten an der Kasse abholen)

Pro­gramm

19:00 Uhr Ein­füh­rung und Film „Let’s make money“ (1. Teil)
19:30 Uhr Vor­trag Dr. Wolf­gang Kess­ler (Chef­re­dak­teur Publik-Forum)
20:15 Uhr Dis­kus­sion
danach: Film „Let’s make money“ (2. Teil)

Initia­to­ren

Eine-Welt-Kugel-Kreis (Katho­li­sche Kir­chen­ge­meinde St. Johan­nes Ev.)
Steue­rungs­gruppe „Fai­rer Han­del“ der Uni­ver­si­täts­stadt Mar­burg
Evan­ge­li­sche Kir­che Kurhessen-Waldeck
Welt­la­den Mar­burg
attac Mar­burg
Christ­li­che Frie­dens­in­itia­tive Mar­burg
Kino Cine­p­lex Marburg

Das Thema
Film­trai­ler
Bespre­chung

Weltgebetstag 2012 — Nachlese

Der dies­jäh­rige Welt­ge­bets­tag machte auf das Schick­sal der 1,5 Mil­lio­nen Frauen in Malay­sia auf­merk­sam, die dort nahezu recht­los als Haus­an­ge­stellte tätig sind. Der öku­me­ni­sche Got­tes­dienst an die­sem Tag in der Uni­ver­si­täts­kir­che wurde von Mar­bur­ger Frauen der Eli­sa­beth­kir­che, der Pfarr­kir­che und der Uni­ver­si­täts­kir­che (evan­ge­lisch), von Peter und Paul sowie St. Johan­nes (katho­lisch), von der Ufer­kir­che (Bap­tis­ten) und dem Chris­tus­treff (über­kon­fes­sio­nell) vor­be­rei­tet. Neben der Klage über die Unge­rech­tig­keit spielte der Dank für die Viel­falt der Men­schen, der Reli­gio­nen, der Tiere und Pflan­zen, der Far­ben und der Klei­dung, der Dank für kuli­na­ri­sche Genüsse, Musik und Tanz eine wich­tige Rolle. Optisch erhielt man einen Ein­druck durch den Far­ben­schmuck in der Kir­che und die malay­si­schen Pflan­zen, die vom Bota­ni­schen Gar­ten zur Ver­fü­gung gestellt wor­den waren, akus­tisch durch einige Instru­mente aus der Völ­ker­kund­li­chen Samm­lung der Philipps-Universität sowie durch den Gos­pel­chor „Joy of Life“, der malay­si­sche Gesänge inter­pre­tierte. Mit der Geschichte von der hart­nä­cki­gen Witwe und dem kor­rup­ten Rich­ter aus dem Luka­sevan­ge­lium tra­fen die Frauen in einem Rol­len­spiel den Lebens­zu­sam­men­hang vie­ler Frauen aus Malay­sia. Die Mar­bur­ger Künst­le­rin Gabi Erne soli­da­ri­sierte sich als Putz­frau mit den Haus­an­ge­stell­ten. Im Anschluss an den Got­tes­dienst gab es für die Got­tes­dienst­gäste noch malay­si­sche Spei­sen auf der Orgel­em­pore. Dabei ent­wi­ckelte sich so man­cher Gedan­ken­aus­tausch über das Gehörte und Gesehene.

Fotos: Jörg Rustmeier

Weltgebetstag aus Malaysia

Steht auf für Gerechtigkeit“

Am Frei­tag, dem 2. März ist um 18.00 Uhr in der Uni­ver­si­täts­kir­che ein Öku­me­ni­scher Got­tes­dienst, der von einer Gruppe um Andrea Wöl­len­stein gestal­tet und von dem Gos­pel­chor „Joy of life“ unter Lei­tung von Jean Kleeb musi­ka­lisch beglei­tet wird. Anschlie­ßend ist ein fest­li­ches Bei­sam­men­sein auf der Orgelempore.

Am Vor­tag, Don­ners­tag, dem 1. März, refe­riert Frau Kranz beim Offe­nen Nach­mit­tag um 15.00 Uhr im Gemein­de­haus Ost über den Weltgebetstag.

Zum Thema „Steht auf für Gerech­tig­keit“ wird bereits am 19. Februar der Film „The Tiger Fac­tory“ aus Malay­sia im Mar­bur­ger Kino Capi­tol gezeigt.

Der Welt­ge­bets­tag ist die größte von Laien getra­gene Bewe­gung, zu der sich Pro­tes­tan­tin­nen, Katho­li­kin­nen, Bap­tis­tin­nen und Metho­dis­tin­nen tref­fen und gemein­sa­men einen Got­tes­dienst vor­be­rei­ten und fei­ern. Das Motto lau­tet: Infor­miert beten und betend han­deln. Die Got­tes­dienst­lit­ur­gie schrei­ben immer Frauen eines Lan­des für alle welt­weit. Für die­ses Jahr haben es Frauen aus Malay­sia getan. „Steht auf für Gerech­tig­keit“ so lau­tet der Titel. Glau­ben und Leben, bib­li­sche Worte und poli­ti­sche Wirk­lich­keit bezie­hen die Frauen auf­ein­an­der und geben uns über­ra­schende Impulse zum Nach­den­ken. In die­sem Jahr steht das Schick­sal von Haus­an­ge­stell­ten in Malay­sia im Fokus.

Nach­lese

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