Lichtmessfeier in der Elisabethkirche

Die Dar­stel­lung des Herrn im Tem­pel. Tafel­ge­mäl­de des Johann von der Lei­ten am Mari­en­al­tar der Eli­sa­beth­kir­che aus dem Anfang des 16. Jahr­hun­derts (Foto: Bern­hard Diet­rich)

Der Weih­nachts­fest­kreis des Kir­chen­jah­res schließt sich. Er fin­det sei­nen letz­ten Höhe­punkt in der Dar­stel­lung des neu­ge­bo­re­nen Kin­des im Tem­pel, denn so schreibt es das Gesetz des Mose nach den Wor­ten des Evan­ge­lis­ten Lukas vor: „Alle männ­li­che Erst­ge­burt soll dem Herrn gehei­ligt sein.“ Zum Dank für das Geschenk des Kin­des opfert man „ein paar Tur­tel­tau­ben oder zwei jun­ge Tau­ben.“ Sime­on und Han­na, zwei uner­müd­li­che Beter im Tem­pel, wel­che über die Erwar­tung des Mes­si­as alt gewor­den sind, erken­nen sofort, wer das unschein­ba­re Kind ist, das da im Tem­pel zum Altar getra­gen wird. Sie prei­sen es als ein Licht, das die Hei­den erleuch­ten wird. Seit alters her ver­steht sich die christ­li­che Gemein­de als jenes Volk der Hei­den, das durch das Chris­tus­licht erleuch­tet wird. Von daher stammt die got­tes­dienst­li­che Sit­te, mit bren­nen­den Lich­tern durch die Räu­me der Kir­che zu zie­hen als Zei­chen des Chris­tus­lich­tes, das in den Her­zen der Gläu­bi­gen wie­der­strah­len soll. Und des­halb wird die­ser beson­de­re Got­tes­dienst, der zu die­sem Fest der Dar­stel­lung des Herrn im Tem­pel gefei­ert wird, auch „Licht­mess“ genannt.

Die Eli­sa­beth­kir­che als mit­tel­al­ter­li­che Pro­zes­si­ons­kir­che mit ihren hohen Chö­ren und wei­ten Schif­fen bie­tet eine beson­de­re Mög­lich­keit, die­se fest­li­che Pro­zes­si­on zu ent­fal­ten. So beginnt der Wort­got­tes­dienst im Haupt­schiff der Kir­che vor dem Lett­ner mit Gesang, Lesun­gen, Gebe­ten und der Pre­digt, es folgt dann in der abge­dun­kel­ten Kir­che die Lich­ter­pro­zes­si­on, die im Hohen Chor mit der Fei­er des Hei­li­gen Mah­les am Hoch­al­tar abschließt.

Zu die­ser Fei­er, die nun schon seit über drei­ßig Jah­ren in Mar­burg Sit­te ist, wird auch in die­sem Jahr am 2. Febru­ar 2012 um 18 Uhr ein­ge­la­den. Wer die Freu­de und Fei­er­lich­keit des Weih­nachts­fes­tes in sich und in der Gemein­schaft mit ande­ren nach­klin­gen las­sen möch­te, ist herz­lich ein­ge­la­den.

Fried­rich Dick­mann, Pfr. i. R.

 

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